Coronavirus - aktuelle Informationen | Stand: 12.8.2020*

Die Entwicklung bei der Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 bleibt dynamisch. Wenn auch inzwischen viele Beschränkungen aufgehoben wurden, gilt es weiterhin, die Balance zwischen Pandemiebewältigung und Praxisalltag zu finden. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat einen COVID-19-Steckbrief sowie die FAQ zu SARS-CoV-2 publiziert, die auf der laufenden Sichtung der wissenschaftlichen Literatur basieren.

Wir haben hier wichtige Informationen für Zahnärztinnen und Zahnärzte zusammengestellt, die wir tagesaktuell ergänzen, wenn es neue Erkenntnisse gibt.

Unsere Corona-Hotline erreichen Sie telefonisch** unter (030) 34 808 116.

Oder senden Sie eine E-Mail an covid-19(at)zaek-berlin.de.


* Damit Sie stets die aktuellen Informationen im Blick haben, datieren wir seit dem 19.3.2020 die einzelnen Abschnitte, wenn wir dort Aktualisierungen vornehmen. Die aktuelle Meldung steht immer ganz oben.

** zu unseren Geschäftszeiten

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) informiert auf ihren Seiten zum Thema: Infektion mit SARS-CoV-2 kann auch ein Arbeitsunfall sein

Sie finden hier Antworten auf die folgenden arbeitsrechtlichen Fragen zu Reisen in Corona-Risiogebiete:

  • Was sind Corona-Risikogebiete?
  • Darf ich als Arbeitgeber meinen Mitarbeiter nach seinem Reiseziel fragen?
  • Darf ich als Arbeitgeber meinen Mitarbeitern eine Reise in ein Risikogebiet verbieten?
  • Ist ein Coronatest für nach Deutschland Einreisende aus Risikogebieten verpflichtend?
  • Was müssen Arbeitnehmer für die Zeit zwischen Test und Testergebnis beachten?
  • In welchem Fall müssen sich Rückkehrer aus Risikogebieten nach Ankunft zuhause in Deutschland in eine 14-tägige Häuslichkeit begeben?
  • Haben Arbeitnehmer für den Fall, dass sie entweder in häuslicher Isolation auf ihr Testergebnis warten oder sie sich – statt einen Coronatest nach Rückkehr aus dem Risikogebiet zu machen – in 14-tägige Häuslichkeit begeben, Anspruch auf Gehaltsfortzahlung?
  • Habe ich als Arbeitgeber das Recht, von meinem Arbeitnehmer das Ergebnis seines verpflichtenden Corona-Tests zu erfahren, den er nach Einreise aus einem Risikogebiet machen musste
  • Kann ich als Arbeitgeber meinen Arbeitnehmer nach Rückkehr aus einem Risikogebiet und einem nach Einreise erfolgten negativ ausgefallenen Corona-Test zu einem zweiten Test verpflichten?
  • Mein Arbeitnehmer macht Urlaub im Ausland; dieses Land ist nicht als Risikogebiet gelistet – kann er trotzdem einen Coronatest machen lassen, wenn er wieder nach Deutschland einreist?
  • Was passiert, wenn sich mein Mitarbeiter während einer Reise in ein Risikogebiet mit dem Coronavirus infiziert?
  • Was kann ich als Arbeitgeber tun, um meine Mitarbeiter auch in deren Sinne für das Thema zu sensibilisieren

RKI: Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat auf seiner Webseite Informationen für Reisende (innerhalb Deutschlands; ins Ausland, hier im Speziellen: ins Risikogebiet) zusammengestellt, was bei Wiedereintritt nach Deutschland beachtet werden muss:
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus-infos-reisende.html

Außerdem gibt es FAQs, die zu den Themen „Quarantäne“, „Testpflicht“ und „Kostenlose Tests“ alle Fragen umfänglich beantworten: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus-infos-reisende/faq-tests-einreisende.html

Um die Folgen der Covid-19-Pandemie auf den Lehrstellenmarkt abzufedern, hat die Bundesregierung Hilfen in Millionenhöhe beschlossen. Das Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern" sieht Maßnahmen von insgesamt 500 Millionen Euro für kleine und mittlere Unternehmen in den Jahren 2020 und 2021 vor. Gefördert werdenBetriebe mit bis zu 249 Beschäftigten, die eine Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen oder in den bundes- und landesrechtlich geregelten praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen durchführen. 

Folgende Regelungen sind vorgesehen:

  • Betriebe, die besonders von der Corona-Pandemie betroffen sind, bekommen eine Prämie, wenn sie ihr Ausbildungsniveau halten. Konkret sollen sie für jeden für das Ausbildungsjahr 2020/2021 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag 2.000 Euro erhalten.     
  • Unternehmen, die ihr Ausbildungsplatzangebot erhöhen, soll eine Prämie von 3.000 Euro für jeden gegenüber dem früheren Niveau zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag gezahlt werden.
  • Ausbildungsbetriebe, die ihre Aktivitäten auch in der Krise fortsetzen und für Auszubildende sowie deren Ausbilder keine Kurzarbeit anmelden, werden besonders unterstützt. Geplant ist eine Förderung von 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung. Sie greift für jeden Monat, in dem der Betrieb einen Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent hat. Diese Unterstützung ist befristet bis zum 31. Dezember 2020.
  • Gefördert werden auch Betriebe, die Auszubildende übernehmen, deren Unternehmen die Ausbildung pandemiebedingt übergangsweise nicht fortsetzen können. Hier läuft die Befristung bis zum 30. Juni 2021. 
  • Unternehmen, die Auszubildende von Betrieben übernehmen, die Insolvenz anmelden mussten, erhalten eine Prämie von 3.000 Euro pro aufgenommenen Auszubildenden. Auch diese Unterstützung ist befristet bis zum 30. Juni 2021.

Mit diesem Programm setzt die Bundesregierung ein wichtiges Element des Konjunktur- und Zukunftspakets zur Bewältigung der Corona-Pandemie um. Das Bundesprogramm soll auch den Fachkräftenachwuchs für die nächsten Jahre sichern.

Die entsprechenden Antragsunterlagen stehen ab der kommenden Woche auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung. Gefördert werden Ausbildungen, die frühestens am 1. August 2020 beginnen. Dies gilt auch, wenn der Ausbildungsvertrag bereits früher abgeschlossen wurde.

Sie finden die Formulare HIER (bitte scrollen Sie ganz nach unten und finden auf der rechten Seite den Bereich "Downloads" mit den folgenden Anträgen: Antrag auf „Ausbildungsprämie“ und Ausbildungsprämie plus“; Bescheinigung „Ausbildungsprämie“ und „Ausbildungsprämie plus“; Antrag auf "Übernahmeprämie"; Bescheinigung "Übernahmeprämie", Antrag auf Zuschuss zur „Ausbildungsvergütung“; Bescheinigung Zuschuss zur „Ausbildungsvergütung.)

Hier finden Sie die SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung des Berliner Senats in der aktuell gültigen Fassung. Bitte informieren Sie sich regelmäßig auf der Seite über ggf. neue bzw. veränderte Maßahmen:

https://www.berlin.de/corona/massnahmen/verordnung/

Spezifisch arbeitsmedizinische Fragen
PD Dr. Dr. med. Alexander Gerber und Dr. med. Marc Krüger (betriebsärztliche Kooperationspartner der Zahnärztekammer Berlin)
Telefon 0176 301 437 51 oder E-Mail: betriebsaerzte(at)gmx.de [für Anfragen zum Thema nutzen Sie bitte diese spezielle E-Mail-Adresse]

 

Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung hat eine Hotline geschaltet, bei der Berlinerinnen und Berliner, die befürchten, sich mit dem Virus angesteckt zu haben, anrufen und sich beraten lassen können. Besetzt ist die Hotline mit Fachleuten des Landesamtes für Gesundheit und Soziales, der bezirklichen Gesundheitsämter und der Charité unter Federführung der Senatsverwaltung für Gesundheit. Die Hotline ist täglich von 8:00 bis 20:00 Uhr unter (030) 9028 2828 zu erreichen. Mehr Infos hier.
Da die zentrale Hotline überlastet ist, gibt es seit dem 24.3.2020 Hotlines der Bezirke: Zur besseren Erreichbarkeit haben alle Bezirke separate Telefonnummern und E-Mail-Adressen eingerichtet. Hier finden Sie die Bezirke-Hotlines (inkl. E-Mail-Adressen).

 

Robert Koch-Institut - tagesaktuelle Empfehlungen:
www.rki.de/covid-19
In seiner Risikobewertung schätzt das RKI die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland aktuell als  hoch ein, für Risiokogruppen als sehr hoch. Hier finden Sie Fallzahlen des RKI von bestätigten COVID-19-Erkrankten sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2.

Bundeszahnärztekammer (BZÄK):
Sars-CoV-2/COVID 19

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV):
Coronavirus - Informationen für Praxen

 

Die Kollegen der Ärztekammer Berlin haben hier Informationen zum neuartigen Coronavirus zusammengefasst.

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) gibt bezüglich des Coronavirus Empfehlungen für Beschäftigte im Gesundheitswesen

Allgemeine Fragen zum Thema
Bitte rufen Sie die Coronavirus-Hotline (Referat Praxisführung) der Zahnärztekammer Berlin unter Tel. (030) 34 808 116 an oder senden Sie eine E-Mail an covid-19(at)zaek-berlin.de. Wir sind für Sie da und halten Sie auf dem Laufenden!

Hier geht es zum Referat Praxisführung

Besprechen Sie mit jedem Ihrer Patientinnen und Patienten anstehende Termine individuell. Notwendige zahnmedizinische Untersuchungen ebenso wie (Präventions-)Maßnahmen zur Feststellung und Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten können nach gründlicher Risikoabwägung durchgeführt werden. 

Die Voraussetzung dafür ist, dass Sie über ausreichend persönliche Schutzausrüstung verfügen – hier sollte sich die Beschaffungsproblematik der vergangenen Wochen etwas entspannt haben. Außerdem sind die weiter geltenden, schon immer sehr hohen Hygienevorgaben unabdingbar. Nichts davon ist für uns Zahnärzte neu!

Seit Corona neu ist jedoch, dass gemäß den Empfehlungen des Robert Koch-Institutes (RKI) aerosolintensive Techniken zugunsten anderer Verfahren zu vermeiden sind. Neu ist weiterhin, dass zahnmedizinische Behandlungen bei Corona-Risikopatienten streng risikoadaptiv vorgenommen werden sollten; die bekannten Risikofaktoren sind:

  • hohes Alter
  • kardiale oder pulmonale Vorerkrankungen
  • Diabetes mellitus
  • Krebserkrankungen
  • Immunsuppression
  • chronische Lebererkrankungen.

Die Risikoabwägung sollte selbstverständlich auch beim zahnmedizinischen Team vorgenommen werden. Außerdem gibt es die extra eingerichteten Schwerpunktpraxen für Covid-19-Patienten, falls Sie diese nicht behandeln können oder wollen.

Für die nächste Zeit sind wir auch auf das Vertrauen unserer Patientinnen und Patienten angewiesen. Das Vorangestellte verdeutlicht jedoch, dass wir Berliner Zahnärztinnen und Zahnärzte uns sehr gut auf die „neue Normalität“ einstellen können!

Wir empfehlen für die Behandlung von Patientinnen und Patienten ohne Symptome einer COVID-19 Erkrankung:
 
a) die Verwendung von Schall- und Ultraschallhandstücken zu vermeiden.
b) die Verwendung von Pulver-Wasserstrahl-Geräten zu vermeiden.
c) die Verwendung von luftgetriebenen Turbinen zu vermeiden.
d) die Verwendung von Hand- und Winkelstücken mit übermässiger Wasserkühlung zu vermeiden (d. h., dass wir den Einsatz von Hand- und Winkelstücken mit reduzierter Wasserkühlleistung empfehlen. Keinesfalls ist dies als Empfehlung zu verstehen, auf Hand- und Winkelstücke insgesamt zu verzichten, da diese die luftbetriebenen Turbinen ersetzen sollen!).
e) die Keimzahl in der Mundhöhle vor zahnmedizinischen Prozeduren mit einer ausgiebigen Mundspülung zu reduzieren. Laut aktueller Empfehlungen ist gegen das aktuelle Virus 1%ige H2O2-Lösung wirksamer als der ansonsten geltende Goldstandard Chlorhexidin. Die Mundspülung sollte nicht in die Speischale ausgespuckt werden, sondern konsequent abgesaugt werden. Das Ausspülen des Patienten während der Behandlung sollte durch eine konsequente Absaugtechnik vermieden werden.
f) Überprüfung des guten Sitzes des Mund-Nasen-Schutzes oder der FFP2-Maske: Studien haben ergeben, dass das enge Anliegen der Maske entscheidend für den Rückhaltegrad ist.
g) Weiterhin sollte jede Form der zahnmedizinische Behandlungen bei Corona-Risikopatienten (Senioren älter als 70 Jahre, multimorbide Patienten, immunsupprimierte oder immunreduzierte Patienten oder anders einschlägig gesundheitlich vorgeschädigte Patienten) streng risikoadaptiv vorgenommen werden.
h) Die Verwendung von Visieren bei der zahnärztlichen Behandlung kann die Sicherheit weiter erhöhen.

Eine Infektionsgefährdung von Patienten in der zahnärztlichen Praxis ist durch die (ohnehin gesetzlich vorgeschriebene) Schutzkleidung nahezu ausgeschlossen.

Bitte nach jedem Patienten alle Oberflächen, insbesondere Türklinken etc. entsprechend der bereits versendeten Arbeitsanweisungen wischdesinfizieren.

Mund-Nasen-Bedeckung ist für Patientinnen und Patienten im Wartezimmer sowie ggf. bei Vor- und Nachbesprechung der Behandlung Pflicht.

Hier finden Sie Schematische Entscheidungshilfen bei Vorstellung von Patienten mit Erkältungssymptomatik

(COVID-19: Verdachtsabklärung und Maßnahmen - Orientierungshilfe für Ärzte vom RKI)


Die Charité hat die CovApp entwickelt, mit der Sie innerhalb weniger Minuten einen Fragenkatalog beantworten und daraus spezifische Handlungsempfehlungen, Ansprechpartner und Kontakte sowie eine Zusammenfassung Ihrer Daten erhalten. Ziel ist es, die Patientenströme in Krankenhäusern und Untersuchungsstellen zu optimieren. Zur CovApp der Charité.

 

Die zahnärztliche Behandlung von Patienten, die Symptome einer akuten respiratorischen Erkrankung der unteren Atemwege (Husten, Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Atembeschwerden und Luftnot, Müdigkeit, Appetitlosigkeit) zeigen, sollte auf die Zeit nach Ende der Erkrankung verschoben werden, sofern es sich nicht um Notfälle handelt. Diese Patienten sind zur Diagnosesicherung und ggf. Einleitung einer Therapie an den Hausarzt zu verweisen.

Für unaufschiebbare zahnmedizinische Behandlungen von Patienten, die unter Verdacht stehen, an COVID-19 erkrankt zu sein, gilt es gemäß BioStoffV und GefStoffV, weitere Vorsichtsmaßnahmen zu treffen:

  • räumliche oder organisatorische Trennung der an COVID-19 erkrankten Patienten von den Patienten der Normalsprechstunde,
  • persönliche Schutzausrüstung für das Personal: Schutzbrille mit Seitenschutz; Atemschutzmaske FFP2; unsterile Handschuhe; langärmliger Schutzkittel; das Tragen einer Kopfhaube kann den Schutz erhöhen; für Reinigungsarbeiten Schutzhandschuhe nach DIN EN 374 mit längeren Stulpen,
  • Patienten nach Betreten der Praxis für die Wartezeit Mund-Nasen-Schutz aushändigen und zum Tragen anhalten,
  • Patienten anhalten, vor Verlassen des Sprechzimmers die Hände zu desinfizieren,
  • Schutzkleidung nach Beendigung der Behandlung kontaminationsfrei ablegen.

Zuständig für den Gesundheitsschutz sind die Bundesländer, für Maßnahmen vor Ort die Gesundheitsämter.

[Quelle: BZÄK]

Uns erreichen vermehrt Nachfragen hinsichtlich der Verpflichtung von Patienten, auch in Zahnarztpraxen eine Mund-Nasen-Bedeckung während Anmeldung, im Wartezimmer und ggf. während der Vor- und Nachbesprechung der Behandlung zu tragen (aktualisiert am 1.7.2020).

Laut § 4 Mund-Nasen-Bedeckung des 1. Teil - Grundsätzliche Pflichten, Schutz- und Hygieneregeln der SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung* gilt:​
(1) Eine Mund-Nasen-Bedeckung ist in geschlossenen Räumen zu tragen
5. in Arztpraxen und anderen Gesundheitseinrichtungen von Patientinnen und Patienten sowie ihren Begleitpersonen unter der Voraussetzung, dass die jeweilige medizinische Behandlung dem nicht entgegensteht.

Bitte informieren Sie Ihre Patienten entsprechend, ggf. bereits bei der Vergabe von Terminen. Hier finden Sie ein Plakat der Bundeszahnärtztekammer "Mundgesundheit ist wichtig - mit Sicherheit" (Farbdruck und Schwarz-Weiß), das Ihre Patienten übersichtlich auf die wichtigsten Maßnahmen zum Infektionsschutz hinweist.

* Bitte informieren Sie sich regelmäßig auf der entsprechenden Seite des Berliner Senats über ggf. neue bzw. geänderte Maßnahmen.

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) hat ein Plakat für Zahnarztpraxen entworfen, das diese zum Aushang nutzen können.
Es weist auf die Abstands- und Hygieneregeln sowie die Maskenpflicht hin und kann an Eingangstür, Rezeption oder/und Wartezimmer angebracht werden.

Das Plakat ist für den Ausdruck in der Praxis optimiert, farbig oder schwarz/weiß wählbar und kann bei Bedarf sogar im Copyshop ohne Qualitätsverlust bis auf A2 vergrößert werden.

Plakat für Farbdruck
Plakat für Schwarz-Weiß-Druck

Gerne können Sie diesen oder ein ähnlich lautenden Aushang an Ihrer äußeren Praxistür aufhängen. Wichtig ist hierbei immer zu vermerken, dass Sie Notfallbehandlungen nicht ablehnen.

Praxisaushang für Patienten mit grippeähnlichen Symptomen

Außerdem hat das Robert Koch-Institut folgende Orientierungshilfe für Bürgerinnen und Bürger herausgegeben, das Sie ebenenfalls bei Bedarf außen an Ihre Praxistür aufhängen können: COVID-19: Bin ich betroffen und was ist zu tun?

Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Berlin (KZV Berlin), informiert Patienten:

Nachgewiesene Coronavirus-infizierte Patienten und behördlich unter Quarantäne gestellte Verdachtsfälle mit akut notwendigen und unaufschiebbaren Behandlungen werden in sog. Schwerpunktpraxen – nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung – behandelt.

  • Bitte kontaktieren Sie zunächst telefonisch Ihren Hauszahnarzt. Mit ihm klären Sie, ob es sich um eine notwendige und unaufschiebbare Behandlung handelt. Falls ja, rufen Sie die in Ihrer Nähe liegende Schwerpunktpraxis an.
  • Eine Behandlung ist grundsätzlich nur nach vorheriger telefonischer Terminvereinbarung mit der Schwerpunktpraxis möglich.
  • Die Schwerpunktpraxis informiert Sie im Rahmen der kurzfristigen Terminvergabe über die nächsten Schritte und über die Organisation Ihres Krankentransportes zum Termin in die Schwerpunktpraxis.

Auf der Website der KZV Berlin finden Sie alle Informationen zu den Schwerpunktpraxen.

In der Zahnarztpraxis sollten bei allen nicht-invasiven Eingriffen, wie z. B. einer Befund-Aufnahme auf jeden Fall mindestens ein handelsüblicher Mund-Nasen-Schutz (MNS) getragen werden. Die spezielle Patienten-Anamnese sollte der aktuellen Risikobewertung angepasst werden, d. h. Nachfrage auch nach Erkrankung der Atemwege und Fieber innerhalb der zurückliegenden 14 Tage – im Zweifelsfall sollte die Behandlung verschoben werden.

Achten Sie auf die ohnehin geltenden, schon immer sehr hohen Hygienevorgaben und instruieren Sie das gesamte Praxisteam hinsichtlich folgender besonderer Hygiene-Maßnahmen:

  • die Türklinken der Behandlungszimmer sollten nach jeder Patientenbehandlung wischdesinfiziert werden
  • die Behandlungsräume sollten nach jeder Patientenbehandlung gut durchlüftet werden
  • Optimierung der Absaugtechnik
  • besonders gute Händedesinfektion
  • Vermeiden Sie Berührungen von Nase, Mund und Augen

Update (19.05.2020):

Die meisten großen Depots geben mittlerweile eine Lieferzeit von 7-10 Tagen an, sodass sich die Versorgungssituation für persönliche Schutzausrüstung deutlich entspannt hat.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat Hinweise zum beispielhaften An- und Ablegen von PSA für Fachpersonal (aktualisiert: 20.07.2020) und die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) hat einen Ablaufplan um An-und Ablegen von Persönlicher Schutzausrüstung herausgegeben.

Da ein großer Teil der Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS) oder FFP-Masken für den europäischen Markt in China produziert wird und von dort keine Lieferung nach Europa mehr erfolgt, ist es umso wichtiger, über einen Ressourcen schonenderen Einsatz dieser Masken und weiterer persönlicher Schutzausrüstung nachzudenken. Normalerweise sind FFP-Masken aus hygienischen Gründen nach der Benutzung zu entsorgen. Wenn aber FFP-Masken und/oder MNS nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen z. B. im Fall einer Epidemie, besteht die Möglichkeit, auf bereits benutzte Masken zurückzugreifen (siehe Anhang 7 Ziffer 2 der TRBA 250 und ABAS-Beschluss 609).

Wenn es also nötig ist, können Masken auch mehrfach benutzt werden. Folgende Maßnahmen zur Weiterverwendung gebrauchter Masken müssen beachtet, das Personal entsprechend unterwiesen und Informationen gut erkennbar ausgehängt werden (Robert Koch-Institut). Insbesondere ist darauf zu achten, dass

•    das Absetzen der Maske, des MNS so zu erfolgen hat, dass hierdurch eine Kontamination der Maske/des MNS (vor allem der Innenseite) bzw. eine Kontamination des Gesichtes verhindert wird, z. B. durch eine vorherige Handschuhdesinfektion oder ein entsprechendes Handschuhmanagement (z. B. Mehrfachhandschuhe)
•    nach dem Absetzen der Maske/des MNS diese im Schleusenraum vor dem Patientenzimmer trocken an der Luft aufbewahrt (nicht in geschlossenen Behältern) und zwischengelagert werden sollte, sodass Kontaminationen der Innenseite der Maske/des MNS aber auch Verschleppungen auf andere Oberflächen vermieden werden
•    die Handschuhe anschließend fachgerecht zu entsorgen und die Hände zu desinfizieren sind
•    die gebrauchte Maske, der gebrauchte MNS/FFP-Maske eindeutig einer Person zuzuordnen ist, um ein Tragen durch andere Personen auszuschließen (z. B. Markieren).
•    benutzte FFP-Masken und MNS nicht mit Desinfektionsmittel zu reinigen oder zu desinfizieren sind, da dies die Funktionalität der Maske negativ beeinflussen kann.
•    beim erneuten Anziehen der MNS/FFP-Masken darauf zu achten ist, dass eine Verschleppung der Erreger von der kontaminierten Außenfläche (bei Bakterien könnte ggf. sogar eine Vermehrung stattgefunden haben) auf die Innenfläche verhindert wird. Das Berühren der Innenseite des Filtervlieses daher zu vermeiden ist.
•    beim erneuten Aufsetzen saubere Handschuhe zu tragen sind, auf den richtigen Sitz der gebrauchten Maske zu achten ist und die Handschuhe nach dem Absetzen der MNS/FFP-Masken entweder ausreichend zu desinfizieren bzw. zu entsorgen sind.
•    Masken und MNS deren Innenfläche durch Fehler bei der Handhabung möglicherweise (Verdachtsfall) mit Erreger kontaminiert wurden, aus präventiver Sicht sofort fachgerecht zu entsorgen sind
•    der Ort, an dem die Zwischenlagerung erfolgte, unmittelbar nach Entnahme der FFP-Masken/MNS sachgerecht zu desinfizieren ist.

(Quelle: RKI, mehr Informationen hier: Mögliche Maßnahmen zum Ressourcen-schonenden Einsatz von Mund-Nasen-Schutz (MNS) und FFP-Masken in Einrichtungen des Gesundheitswesens bei Lieferengpässen im Zusammenhang mit der neuartigen Coronavirus-Erkrankung COVID-19)

Die Apothekerkammer Berlin hat auf ihrer Webseite eine Liste hinterlegt, auf der Berliner Apotheken geführt werden, die laut Eigenaussage Desinfektionsmittel (zum großen Teil auch für die medizinische Anwendung) herstellen.

(Da die Liste von den dortigen Kollegen regelmäßig aktualisiert wird, bitten wir Sie, diese direkt auf der Seite der Berliner Apothekerkammer herunterzuladen.)

Weiterführende Informationen sowie eine Rezeptur zur Herstellung von Desinfektionsmittel finden Sie hier: WHO gibt Empfehlungen zur Eigenherstellung: Händedesinfektionsmittel ist aus? Selbst ist die Praxis!

Hinweis: Eine Person, die Arzt ist oder sonst zur Ausübung der Heilkunde beim Menschen befugt ist, bedarf keiner Herstellungserlaubnis nach § 13 Abs. 1 AMG, soweit die Arzneimittel unter ihrer unmittelbaren fachlichen Verantwortung zum Zweck der persönlichen Anwendung bei einem bestimmten Patienten hergestellt werden und es sich nicht um erlaubnispflichtig herzustellende Arzneimittel handelt.

Das RKI empfiehlt eine 14-tägige Quarantäne nur für Kontaktpersonen der Kategorie I und bei erhöhtem Expositionsrisiko der Kategorie II.

Kontaktpersonen:
Kategorie I
„Höheres“ Infektionsrisiko. Medizinisches Personal, wenn es ohne Schutzausrüstung engen Kontakt (≤ 2 Meter Distanz) zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatte.

Kategorie II
„Geringeres Infektionsrisiko“. Medizinisches Personal, das sich ohne adäquate Schutzbekleidung im selben Raum wie ein bestätigter COVID-19-Fall aufhielt, aber eine Distanz von 2 Metern nie unterschritten hat. Hier hängt das Vorgehen von der Einschätzung des Expositionsrisikos durch das Gesundheitsamt ab: Wird es als hoch angesehen (Aerosolexposition), ist häusliche Quarantäne angezeigt.

[Quelle | mehr Infos: BZÄK - Muss die ganze Praxis nach dem Besuch eines Infizierten schließen?]

Allgemeine wirtschaftliche Fragen in Zusammenhang mit dem Coronavirus

Auf der Webseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) finden Sie diese Themenseite: "Auswirkungen des Coronavirus: Informationen und Unterstützung für Unternehmen". Es wurde außerdem eine Hotline für allgemeine wirtschaftsbezogene Fragen zum Coronavirus eingerichtet unter Tel. (030) 186 15 15 15.

Hier finden Sie außerdem umfangreiche Hinweise des BMWi und des Bundesfinanzministerium (BMF): "Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen".

Liquiditätshilfen

Die Investitionsbank (IBB) hat eine Themenseite "Liquiditätsengpässe wegen Coronavirus - Unterstützung für Berliner Unternehmen" erstellt. Sie erreichen die IBB über eine spezielle Hotline unter Tel: (030) 21 25 47 47 sowie per E-Mail an wirtschaft(at)ibb.de.
 

Kredite für Unternehmer

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat die folgende Themenseite "KfW-Corona-Hilfe: Kredite für Unternehmen" erstellt.
 

Finanzierungsanfragen

Über die Bürgschaftbank können Sie eine Finanzierungsanfrage online stellen. Mehr Informationen unter https://finanzierungsportal.ermoeglicher.de.
 

Kurzarbeit | Agentur für Arbeit

Die Agentur für Arbeit hat eine Hotline für Arbeitgeber, die sich zum Kurzarbeitergeld informieren wollen, eingerichtet: Tel. 0800 45 555 20. Mehr hier: "Corona-Virus: Informationen für Unternehmen zum Kurzarbeitergeld" oder hier "Kurzarbeit".
Auch für Arbeitnehmer steht eine Themenseite zur Verfügung: "Kurzarbeitergeld – Informationen für Arbeitnehmer"

Kurzarbeitergeld-Rechner

Einen – nicht verbindlichen – Rechner zur Berechnung des Kurzarbeitergeldes finden Sie unter "KfW-Corona-Hilfe: Kredite für Unternehmen".
 

Auf der gemeinsamen bundesweit geltenden Antragsplattform www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de können durch die Corona-Pandemie wirtschaftlich stark beeinträchtigte kleine und mittelständische Unternehmen - selbständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb gehören ebenfalls dazu - weitere Liquidationshilfen erhalten. Die Antragstellung wird in einem digitalen Verfahren ausschließlich von einem vom Antragsteller beauftragten Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer durchgeführt.

Alle Informationen zur Überbrückungshilfe

Checkliste: Erfüllen Sie die Kriterien für die Überbrückungshilfe?

Nach dem zweiten Corona-Steuerhilfegesetz soll vom 01. Juli bis 31. Dezember 2020 voraussichtlich der umsatzsteuerliche Regelsatz von 19 Prozent auf 16 Prozent und der ermäßigte Satz von 7 Prozent auf 5 Prozent abgesenkt werden.
Wird gesetzlich nichts anderes bestimmt, gelten die Änderungen für Lieferungen, sonstige Leistungen und innergemeinschaftliche Erwerbe für den Zeitraum der Änderung.
Hiervon betroffen sind selbstverständlich auch die Steuersätze für zahntechnische Leistungen. Die neuen Steuersätze gelten für alle Umsätze, die in diesem Zeitraum ausgeführt werden. Dies gilt auch für Zahnärztinnen und Zahnärzte, denen empfohlen wird, sich mit ihrem steuerlichen Berater für Details abzustimmen.

Quelle: Bundeszahnärztekammer

Auch die Zahnärztekammer Berlin gibt selbstverständlich die Ermäßigung bei der Berechnung ihrer Dienstleistungen (z. B. im Referat Praxisführung) weiter.

Auf der Coronavirus-Seite der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Berlin finden Sie unter der Überschrift "Absenkung der USt-Sätze in der Zahnarztpraxis (01.07.2020)" weitere Informationen.

Freiberufler sowie kleine und mittlere Berliner Unternehmen (KMU) mit über 10 und bis zu 100 Beschäftigten können Tilgungszuschüsse zum KfW-Schnellkredit oder nachrangig Soforthilfezuschüsse bis zu 25.000 EUR zur Überwindung einer existenzbedrohenden Wirtschaftslage bei der Investitionsbank Berlin (IBB) beantragen. Hier geht es zur IBB-Seite.
Weitere Informationen auf berlin.de

Das Bundesministerium für Gesundheit hat die Verordnung zum Ausgleich COVID-19 bedingter finanzieller Belastungen der Zahnärzte, der Heilmittelerbringer und der Einrichtungen des Müttergenesungswerks oder gleichartigen Einrichtungen sowie zur Pflegehilfsmittelversorgung (COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung – COVID-19-VSt-SchutzV) erlassen, die am 4.5.2020 im Bundesanzeiger veröffentlicht worden und am 5.5.2020 in Kraft getreten ist.

Mehr Informationen finden Sie in den Pressemitteilungen der BZÄK und der KZBV.

Alle Vertragszahnärzte mit Fragen zum Schutzschirm wenden sich bitte an die Kassenzahnärztliche Vereinigung Berlin (KZV Berlin) unter Tel: (030) 89 00 40.

Hier finden Sie aktuelle Informationen der BZÄK zum Kurzarbeitergeld (aktualisiert von der BZÄK am 23.6.2020; die Änderungen betreffen die Mutterschaftsleistungen in der Kurzarbeit).


Eine schwierige wirtschaftliche Entwicklung oder auch ein unvorhersehbares Ereignis kann Kurzarbeit in Ihrer Praxis notwendig machen. Mit Kurzarbeitergeld können die daraus folgenden Entgeltausfälle in Teilen ausgeglichen werden. Beschäftigte in Kurzarbeit können die Leistung maximal 12 Monate lang beziehen.

In welchen Fällen Sie als Arbeitgeber diese Leistung für Ihre Angestellten beantragen können, erläutert das Video: Kurzarbeitergeld (Teil 1): Voraussetzungen (externes Video auf youtube.de).

Aus welchen Schritten sich das Antragsverfahren zusammensetzt, erfahren Sie im Video: Kurzarbeitergeld (Teil 2): Verfahren (externes Video auf youtube.de).

Hinweis: Die Informationen umfassen die bisher geltenden Regeln zur Kurzarbeit. Bundesregierung und Gesetzgeber erarbeiten derzeit kurzfristige Sonderregeln zum erleichterten Bezug von Kurzarbeitergeld. Diese geplanten Änderungen sind in den Videos nicht enthalten.


Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?

Das Kurzarbeitergeld berechnet sich nach dem Netto-Entgeltausfall. Beschäftigte in Kurzarbeit erhalten grundsätzlich 60 Prozent des pauschalierten Netto-Entgelts. Lebt mindestens ein Kind mit im Haushalt, beträgt das Kurzarbeitergeld 67 Prozent des ausgefallenen pauschalierten Nettoentgelts. Die maximale gesetzliche Bezugsdauer beträgt 12 Monate.

Diese Tabellen helfen Ihnen bei der Berechnung:

Hier finden Sie Informationen zum Thema Kurzarbeit vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Die Bundesagentur hat am 07.05.2020 eine neue Weisung zur Berechtigung für Kurzarbeitergeld herausgegeben. Demnach haben Vertragszahnärzte Anspruch auf Kurzarbeitergeld bei entsprechenden Voraussetzungen.

Hier finden Sie die entsprechende Pressemitteilung der Bundeszahnärztekammer.

Wir gehen unten auf häufig gestellte arbeitsrechtliche Fragen ein. Darüberhinaus beantwortet Ihnen weitere arbeitsrechtliche Fragen unsere Justiziarin, Frau Mitteldorf, unter Tel. (030) 34 808 160 oder per E-Mail.

Hinweis: Die rechtliche Einschätzung erfolgt auf Grundlage der aktuell herrschenden Rechtsmeinung. Da eine vergleichbare Situation bislang noch nicht bestand, fehlt es an einschlägiger Rechtsprechung hierzu.

Allgemeine Information: Jeder Arbeitnehmer hat ein Recht auf Arbeit. Also sind Sie als Arbeitgeber nach §§ 242 Abs. 2, 618 BGB verpflichtet, alle notwendigen Schutzmaßnahmen zur Risikoeliminierung zu ergreifen und damit den Arbeitnehmer und seinen Arbeitsplatz zu schützen. So unterliegt auch der gesundheitliche Schutz des Arbeitnehmers der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers. Als Arbeitgeber müssen Sie darauf achten, dass die oben beschriebenen Hygienemaßnahmen eingehalten werden und ggf. die Arbeitnehmer entsprechend aufklären.

Hier finden Sie weiterführende Lektüre:

Die BZÄK hat zum Coronavirus (SARS-CoV 2) ein arbeitsrechtliches Informationsblatt für die Zahnarztpraxis zusammen gestellt.
Die Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg hat hier u.a. Arbeitsrechtliche Problemstellungen erörtert.
Der Quintessenz Verlag schreibt zu Corona und Zahnarztpraxis – „Virusfrei“ oder „business as usual?“
Hier finden Sie einen weiterführenden Artikel vom Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.: "Corona-Virus: Auch Selbstständige und Freiberufler werden bei Quarantäne entschädigt"

Rechtsanwalt Anno Haak, von der Kanzlei lenmed.de, beantwortet hier rechtliche Fragen rund um Entschädigungen bei möglichen Praxisschließungen. Im Folgenden finden Sie verkürzt Antworten und Schlussfolgerungen. Für die ausführliche Auslegung der Fragen lesen Sie bitte den gesamten Artikel.


1.    „Freiwillige“ Praxisschließungen
Bei „freiwilligen“ Schließungen von Praxen kommt unter keinem rechtlichen Aspekt eine Entschädigung in Betracht. Das Risiko der weiterlaufenden Kosten trägt allein der Praxisinhaber!  
 
2.    Schließung aufgrund von Rechtsverordnungen oder Allgemeinverfügungen
Auch eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) kommt z. B. bei Maßnahmen wie bei den Gaststättenschließungen, wenn Zahnarztpraxen in solche allgemeinen Schließungen einbezogen würden, nicht in Betracht.  
 
3.    Schließung wegen Quarantäne
Sofern individuell gegen den Praxisinhaber Quarantäne oder Berufsverbot verhängt und deshalb ein Minderumsatz erzielt wird, kommt eine Entschädigung in Betracht, deren Höhe aber unklar ist.

Arbeitgeber sind im Rahmen ihrer arbeitsrechtlichen Fürsorgepflicht gegenüber ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern bei erkennbaren Risiken verpflichtet, mögliche Ansteckungen durch Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer zu verhindern.

Insoweit sind Arbeitgeber auch berechtigt, Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer daraufhin zu befragen, ob diese sich in einer gefährdeten Region oder an einem Ort mit einem deutlich erhöhten Ansteckungsrisiko aufgehalten hat (bspw. Flughäfen, Bahnhöfe, Großveranstaltungen). Die Auskunftspflicht ist auf eine Negativauskunft beschränkt, das heißt, die betreffende Arbeitnehmerin bzw. der Arbeitnehmer muss die Frage lediglich mit „ja“ oder „nein“ beantworten. Über den genauen Aufenthaltsort muss keine Auskunft erteilt werden.

Arbeitgeber können auch eine betriebsärztliche Untersuchung einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters anordnen, sofern hieran ein berechtigtes Interesse besteht, was insbesondere dann der Fall sein kann, wenn die betreffende Person besonderen Ansteckungsrisiken ausgesetzt war.

[Mit freundlicher Genehmigung der Landeszahnärztekammer Baden-Würtemberg]

Ja! Den Praxisinhaber trifft eine Rücksichtnahmepflicht, die es ihm gebietet, gesundheitliche Risiken in seiner Praxis nach Möglichkeit auszuschließen. Wenn begründete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der betreffende Arbeitnehmer mit dem Coronavirus infiziert ist, ist der Arbeitgeber berechtigt, diesen bezahlt freizustellen. Eine Freistellung ohne Fortzahlung des Gehalts kommt nicht in Betracht.

[Mit freundlicher Genehmigung der quintessenz-News]

Ja! Inhaltlich ist hier aber noch zu differenzieren:

Wenn der Mitarbeiter tatsächlich an COVID-19 erkrankt ist, ist der Arbeitnehmer infolge seiner Erkrankung arbeitsunfähig und wie bei jeder anderen Erkrankung für sechs Wochen zu bezahlen, bevor Krankengeld von der Krankenkasse erhält.

Erfolgt die Quarantäne zur Abklärung eines Verdachtsfalls, gelten abweichende Sonderregelungen des Infektionsschutzgesetzes. Das Gesetz sieht vor, dass dem unter Quarantäne gestellten Mitarbeiter eine Entschädigung zusteht, die grundsätzlich der Staat zu zahlen hat. In den ersten sechs Wochen der Quarantäne ist diese Entschädigung allerdings jeweils in Höhe des Verdienstausfalls vom Arbeitgeber zu gewähren, danach wird die Entschädigung in Höhe des Krankengeldes vom Staat weitergezahlt. Der Arbeitgeber kann die von ihm gezahlten Entschädigungsanteile in voller Höhe vom Staat (Berlin: Gesundheitsämter der Bezirke) erstatten lassen.

[Mit freundlicher Genehmigung der quintessenz-News]

Wird der Praxisinhaber wegen des Verdachts einer Corona-Infektion unter Quarantäne gestellt oder wird ihm wegen eigener Erkrankung an dem Corona-Virus ein berufliches Tätigkeitsverbot nach § 31 Infektionsschutzgesetz erteilt, hat auch dieser Anspruch auf Entschädigung, die sich nach dem Verdienstausfall bemisst. Diese Entschädigung wird von der zuständigen Behörde (Berlin: Gesundheitsämter der Bezirke) gewährt. Bei der Kalkulation des Verdienstausfalls werden in der Regel die letzten Jahreseinnahmen zugrunde gelegt. Daneben besteht auch ein Anspruch auf Ersatz der während der Quarantänezeit weiterlaufenden nicht gedeckten Betriebsausgaben, in angemessenem Umfang. Möglicherweise tritt in diesen Fällen (zusätzlich) eine Betriebsunterbrechungs- bzw. Praxisausfallversicherung ein.

[Mit freundlicher Genehmigung der quintessenz-News]

Ja! Solange ein Arbeitnehmer nicht krankheitsbedingt arbeitsunfähig ist, trifft ihn auch die Pflicht, seine Arbeit zu verrichten. Die diffuse Angst, sich möglicherweise durch menschliche Kontakte mit dem Coronavirus zu infizieren, rechtfertigt das Fernbleiben vom Arbeitsplatz nicht.

[Mit freundlicher Genehmigung der quintessenz-News]

Wir erhalten zur Zeit Anfragen von Zahnärztinnen und Zahnärzten, die für ihre Teams Kurzarbeitergeld beantragt haben und einen Negativ-Bescheid mit Verweis auf § 87a Abs. 3b Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) erhalten haben. § 87a SGB V gilt jedoch explizit nicht für vertragszahnärztliche Leistungen, d. h. nicht für Zahnärzte. Daher halten wir ablehnende Bescheide, deren Argumentation ausschließlich auf § 87a Abs. 3b SGB V gründet, für nicht rechtmäßig.

Falls Sie einen derartigen Negativ-Bescheid auf Ihren Kurzarbeitergeld-Antrag erhalten haben (wichtig ist hierbei, dass die Ablehnung ausschließlich auf § 87a Abs. 3b SGB V gründet), dann senden Sie Ihrer zuständigen Arbeitsagentur dieses downloadbares Musterformular zu, das Sie mit Ihren entsprechenden Daten befüllen.

Bei rechtlichen Einzelfragen wenden Sie sich gerne an die Justiziarin der Zahnärztekammer Berlin, Frau Mitteldorf, unter Tel. (030) 34 808 160 oder per E-Mail.

Des Weiteren finden Sie zu Ihrer Information eine Stellungnahme der Zahnärztekammer Berlin an die Agentur für Arbeit. Hier fordern wir die Berliner Regionaldirektion auf, notendige Hilfeleistungen für die Berliner Zahnärztinnen und Zahnärzte unbürokratisch zu bewilligen.

In Berlin sind Kitas und Schulen (bzw. hier noch die meisten Jahrgänge) bis auf Weiteres behördlich geschlossen (Maßnahmen gegen das Coronavirus - Schulen, Kitas und Berufsschulen). Sind hiervon die Kinder von Arbeitnehmern betroffen, so gelten folgende Regelungen:

Ist das Kind des Arbeitnehmers selbst krank, gelten die allgemeinen Regelungen.

Ist das Kind des Arbeitnehmers nicht selbst krank, ist es regelmäßig dennoch betreuungsbedürftig. Gibt es für den Arbeitnehmer keine andere Möglichkeit der Betreuung (Familie, Freunde etc.) kann der Arbeitnehmer in den Grenzen des § 616 BGB auch in diesen Fällen die Betreuung des Kindes unter entsprechender Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber übernehmen. Sofern die Anwendung des § 616 BGB arbeitsvertraglich oder wegen unverhältnismäßiger Dauer ausgeschlossen ist, ist eine gemeinsame Lösung von Arbeitsgeber und Arbeitnehmer zu empfehlen. Hier ist an die Inanspruchnahme von Urlaub durch den Arbeitnehmer oder die unbezahlte Freistellung des Arbeitnehmers zu denken.

[Quelle: BZÄK Das Coronavirus (SARS-CoV 2) - Arbeitsrechtliches Informationsblatt für die Zahnarztpraxis]

Ab Montag, 27. April 2020, haben deutlich mehr Eltern als bisher einen Anspruch auf die Notbetreuung ihrer Kinder in Kita und Hort, wenn sie diese nicht anders ermöglichen können. Berechtigt sind:

  • Alleinerziehende
  • alle Eltern, die in den bisher als systemrelevant definierten Berufen arbeiten. Anders als bisher ist es ausreichend, dass ein Elternteil in einem der so definierten Berufe arbeitet (Wegfall der „Zwei-Eltern-Regelung“)
  • Eltern, die in Berufsgruppen arbeiten, die nun neu in die Liste der systemrelevanten Berufe aufgenommen wurden. Dazu gehören z. B. Zahntechniker und Zahntechnikerinnen.

Da uns berichtet wurde, dass es hinsichtlich gestellter Notbetreuungs-Anträge bereits Absagen von Kitas und Horten gab mit der Begründung, in der Liste der systemrelevanten Berufe seien "Ärzte", nicht jedoch "Zahnärzte", bzw. "medizinisches" , nicht jedoch "zahnmedizinisches Personal" aufgeführt: Wir haben die zuständige Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (SenBJF) um ein Bestätigungsschreiben gebeten, dass Zahnärzte und zahnmedizinisches Personal zu den Gesundheitsberufen im Sinne einer Systemrelevanz zählen. Dieses Schreiben, aus dem die Notbetreuungsberechtigung hervor geht, kann dem Antrag auf Notbetreuung beigefügt werden bzw. der Betreuungseinrichtung – ausdrücklich gehören neben den Kitas auch die Horte – vorgezeigt werden.

Hier finden Sie zusätzlich – falls Kita oder Hort diesen Nachweis benötigen – eine Bestätigung durch die Zahnärztekammer Berlin:

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie informiert, wer Anspruch auf Kita- und Schul-Notbetreuung hat: Hier zum Download (inkl. Antrag) Zu den sog. systemrelevante Berufen gehört u. a. betriebsnotwendiges Personal im Gesundheitsbereich (insbesondere ärztliches Personal, Pflegepersonal und medizinische Fachangestellte, Reinigungspersonal, sonstiges Personal in Krankenhäusern, Arztpraxen, Laboren, Beschaffung, Apotheken).

Hier finden Sie die Pressemitteilung der SenBJF zur "Notbetreuung".

Hier finden Sie die Kontaktdaten der Mitarbeiterinnen des ZFA-Referates sowie weitere relevante Informationen, die die ZFA-Ausbildung betreffen.

Infos für 1. Semester

Hier finden ZFA-Auszubildende des 1. Semesters Informationen zum Fortgang der schulischen Ausbildung im Präsenzunterricht.

Infos für Prüflinge

ZFA-Azubis, die demnächst geprüft werden, erhalten hier einen Überblick, mit welchen Farbcodierungen das Schulgebäude eingeteilt wurde: Die Farbcodierung dient den Prüflingen, ohne größere Menschenansammlung den entsprechenden Prüfungsraum zu finden. Die Einladungen haben entsprechend auch die gleiche Farbcodierung.

Die Zwischenprüfung am 15.08.2020 findet komplett am Oberstufenzentrum Gesundheit I, Schwyzer Str. 6-8, 13349 Berlin statt.

Liebe Kollegin und lieber Kollege,

in den letzten Tagen erreichen uns Fragen, wie diese: „Vielen Dank für Ihre umfangreichen Informationen zum Kurzarbeitergeld. Aber was ist denn mit den Azubis? Laut Formular sind sie davon ausgeschlossen. Aber die Schule ist geschlossen. Soll ich sie den ganzen Tag alleine in der Praxis lassen, um die Ausbildung nicht zu gefährden? Auch die Azubis sollte verkürzt arbeiten.“

Richtig ist, dass die Auszubildenden über das Kurzarbeitergeld nicht erfasst sind. Richtig ist auch, dass die Arbeitszeit 40 Wochenstunden beträgt; in den Ferien haben sie in der Praxis präsent zu sein, sollte in dieser Zeit kein Urlaub gewährt werden. Richtig ist, dass gemäß Verordnung des Senates des Landes Berlin seit dem 16.03.2020 die Oberstufenzentren geschlossen sind.

Die wöchentliche Arbeitszeit der Auszubildenden bemisst sich auf 12 Stunden berufstheoretischen Unterricht, somit verbleiben 28 Stunden praktische Ausbildung. Beide Oberstufenzentren Gesundheit haben für die berufstheoretische Ausbildung den Auszubildenden Aufgaben online gestellt, wofür jeder und jede einen persönlichen Zugang hat, und bitten darum, dass den Azubis von den Ausbildungspraxen für die Erarbeitung ausreichend Zeit eingeräumt wird. Das Erarbeitete sollten Sie sich vorlegen lassen und korrigieren. Nicht zu vergessen sei die Zeit außerhalb der Praxistätigkeit für die Erarbeitung monatlicher Berichte für den Ausbildungsnachweis. Ein entsprechender Aufruf durch die Oberstufenzentren ist Ihnen sicherlich schon zugegangen.

Zurzeit ist keine unangemessene Unterbrechung der Ausbildung gemäß Berufsbildungsgesetz gegeben, zumal beide, Ausbildungspraxis und die Oberstufenzentren, ihren Aufgaben entsprechend ihres Anteils nachkommen.

Sollten Sie weitere Fragen haben, rufen Sie uns an, wir sind für Sie da.

Dr. Detlef Förster
Mitglied des Vorstandes | Referat Aus- und Fortbildung Zahnmedizinische Fachangestellten

 

Diese Einschätzung teilt auch der Verband medizinischer Fachberufe. Deren Referatsleiterin ZFA, Sylvia Gabel, sagt: "Gerade jetzt [...] sollten wir beweisen, dass wir uns die Zeit nehmen und unseren Auszubildenden die Zeit geben, den Lernstoff zu erarbeiten und sie dabei unterstützen. Denn eines ist gewiss, irgendwann ist die Ausbildungszeit vorbei und dann ist Abschlussprüfung! Lassen Sie uns gemeinsam gut ausbilden!"

Die Zahnärztekammer Berlin sagt hiermit die geplanten Prüfungestermine ab.

Dies betrifft die Zwischenprüfung am 14.05.2020,

die schriftliche Abschlussprüfung am 25.04.2020

und die praktischen Übungen vom 12.06.2020 bis 20.06.2020.

 

Die Ergebnisse der Röntgen-Klausuren hängen wie geplant, nach Aufhebung der Schulschließungen in den Oberstufenzentren, OSZ Gesundheit/Medizin und OSZ Gesundheit I, aus und die praktischen Röntgen-Prüfungen beginnen ab 18. Mai 2020.

Derzeit ist geplant, die schriftliche Abschlussprüfung am 30.05.2020 und die praktischen Prüfungen vom 21.08.2020 bis 29.08.2020 durchzuführen.

Die Zwischenprüfung wird am 15.08.2020 komplett im Oberstufenzentrum Gesundheit I, Schwyzer Str. 6-8, 13349 Berlin ab 10:00 Uhr stattfinden.

 

Dr. Detlef Förster
Mitglied des Vorstandes | Referat Aus- und Fortbildung Zahnmedizinische Fachangestellte

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zahnärztekammer Berlin stehen Ihnen bei allen Einzel-Fragen wie gewohnt beratend zur Seite.

Die Deutsche Gesellschaft für Alterszahnmedizin (DGAZ) spricht sich in einer Stellungnahme dafür aus, die Reihenuntersuchungen in Senioreneinrichtungen wieder regulär aufzunehmen und Zahnarztbesuche in Pflegeeinrichtungen nicht mehr nur auf Notfallsituationen zu beschränken. Dabei sollte in enger Absprache mit den Einrichtungsleitungen gearbeitet werden.

Hier finden Sie die komplette Stellungnahme der DGAZ.

UPDATE vom 06.07.2020:

14,23 Euro für erhöhten Hygieneaufwand
"Corona-Hygiene-Pauschale" bis 30. September 2020 verlängert

Erfolgreich konnte die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) mit dem PKV Spitzenverband und der Beihilfe verhandeln und die GOZ-Hygienepauschale nach Beschluss Nr. 34 des Beratungsforums bis zum 30.09.2020 verlängern. Die Regelungen zur Corona-Hygiene-Pauschale, die seit Anfang April bestehen, bleiben dabei unverändert: Bei jeder Behandlungssitzung eines Privatpatienten kann eine Pauschale von 14,23 Euro für erhöhten Hygieneaufwand während der Corona-Pandemie berechnet werden.

Diese Pauschale kann ausschließlich bei Privatpatienten und GKV-Patienten mit einer Zahnzusatzversicherung, die Analoggebühren abdeckt, angesetzt werden und soll ausschließlich zu Lasten der Versicherungen, nicht aber zulasten der Patienten gehen. Für die Pauschale wird auf eine Analoggebühr zurückgegriffen. Laut § 6 Abs. 1 GOZ steht die sogenannte Analogberechnung eigentlich nur für zahnärztliche Leistungen zur Verfügung, nicht jedoch für einen besonderen Material- oder Hygieneaufwand bei der Leistungserbringung. Als schnelle pragmatische Lösung für alle Beteiligten hat sich das Beratungsforum dennoch auf den Ansatz einer konkreten Analoggebühr mit einem festgelegten Steigerungssatz von 2,3 (auch bei im Basistarif versicherten Patienten) verständigt.

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Das Beratungsforum für Gebührenordnungsfragen von Bundeszahnärztekammer, Verband Privater Krankenversicherung und Beihilfe hat zu den aktuell gestiegenen Hygienekosten einen Beschluss (Nr. 34) gefasst, wonach eine „Corona-Hygiene-Pauschale“ von 14,23 Euro bei jeder Behandlungssitzung eines Privatpatienten berechnet werden kann, zunächst befristet bis zum 31.07.2020.

Diese Pauschale kann also ausschließlich bei Privatpatienten, nicht jedoch bei GKV-Patienten, z. B. bei einer professionellen Zahnreinigung oder anderen über die GOZ zu berechnenden Leistungen, angesetzt werden. Für die Pauschale wird auf eine Analoggebühr zurückgegriffen. Laut § 6 Abs. 1 GOZ steht die sogenannte Analogberechnung eigentlich nur für zahnärztliche Leistungen zur Verfügung, nicht jedoch für einen besonderen Material- oder Hygieneaufwand bei der Leistungserbringung. Als schnelle pragmatische Lösung für alle Beteiligten hat sich das Beratungsforum dennoch auf den Ansatz einer konkreten Analoggebühr mit einem festgelegten Steigerungssatz von 2,3 (auch bei im Basistarif versicherten Patienten) verständigt.

GOZ-Referat der ZÄK Berlin

Gerne können Sie die Themenseite https://www.zaek-berlin.de/coronainformationen-fuer-patienten.html Ihren Patientinnen und Patienten empfehlen; diese finden dort verlässliche und wichtige Informationen zum Coronavirus.

Außerdem haben wir Ihnen ein Dokument vorbereitet, das Sie ausdrucken und in Ihrer Praxis aushängen können, um Verunsicherungen auf Patientenseite im Vorfeld abmildern oder auffangen zu können: Zahnärztliche Behandlung in der Corona-Zeit.

Bislang gibt es keinen einzigen Fall einer Übertragung von SARS-CoV-2 über Oberflächen. Können Zahnarztpraxen ihren Patienten wieder ohne Bedenken Zeitschriften im Wartezimmer zur Verfügung stellen?

Zu Beginn der Pandemie hatte die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) wegen des möglichen Übertragungsrisikos über Oberflächen vorsichtshalber auch dazugeraten, die Auslage von Zeitschriften und Zeitungen im Wartezimmer von Arztpraxen einzustellen. Diese Empfehlung hat sie inzwischen aufgrund der niedrigen Infektionszahlen und fehlender Evidenz zurückgenommen. Und auch die Berufsgenossenschaft (BGW) gibt grünes Licht - unter Berücksichtigung der Hygieneregeln.

Welche Hygienemaßnahmen sind beim Anbieten von Zeitungen und Zeitschriften notwendig?

"Es werden geeignete Hygienemaßnahmen empfohlen, die eine Keimverschleppung auf Zeitungen, Zeitschriften und Personen verhindern sollen. Das sind zum Beispiel die Händehygiene von Beschäftigten, Kunden/Kundinnen und Patienten/Patientinnen (Handschuhtragen, Händedesinfizieren bzw. -waschen) sowie das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen (MNB). Diese Maßnahmen sind notwendig, da noch nicht abschließend geklärt ist, ob über biologisches Material auf Zeitungen bzw. Zeitschriften eine SARS-CoV-2 Infektion ausgeschlossen werden kann."

BGW, 2. Juni 2020

Grundsätzlich sind Schmierinfektionen Studien zufolge nicht auszuschließen. Doch gibt es bislang keinen einzigen nachgewiesenen Fall einer Übertragung von SARS-CoV-2 durch die Berührung von Oberflächen oder Gegenständen in Deutschland – das heißt, auch nicht speziell durch Zeitschriften.

Es gibt keinen Fall einer Virus-Übertragung über Oberflächen

Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) stuft das Übertragungsrisiko daher mittlerweile als sehr gering ein: "Für eine Übertragung des Virus durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen oder über kontaminierte Oberflächen, wodurch nachfolgend Infektionen beim Menschen aufgetreten wären, gibt es derzeit keine belastbaren Belege."

Studie zum Übertragungsrisiko über Gegenstände und Oberflächen

Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) beruft sich bei seiner Einschätzung auf eine US-amerikanische Studie, die belegt, dass humane Coronaviren auf trockenen Oberflächen keine lange Überlebensdauer aufweisen.

Die Untersuchungen im Labor zur Überlebensfähigkeit des Virus auf verschiedenen Materialien fand hier unter optimalen Bedingungen statt. Im Alltag und unter Einwirkungen von unterschiedlichen Umwelteinflüssen ist den Forschern zufolge anzunehmen, dass die Viren deutlich schneller absterben. Stabiler waren hier auch unbehüllte Viren, zu denen SARS-CoV-2 nicht zählt.

Die Studie zeigt zwar, dass das Virus SARS-CoV-2 auf Oberflächen überleben kann – vor allem in Krankenzimmern von infizierten Personen. Dauer und Stabilität hängen jedoch von vielerlei Faktoren ab, wie beispielsweise der Oberflächenbeschaffenheit und der Einwirkung von Temperatur, Sonnenlicht und bestehender Luftfeuchtigkeit. Letztendlich sei auch die Virusmenge, also der Kontaminationsgrad, entscheidend für das Überleben auf Gegenständen, was das Übertragungsrisiko beeinflusst.

Fazit: In erster Linie werde das Coronavirus über Tröpfchen und Aerosole übertragen. Eine Schmierinfektion sei grundsätzlich möglich, wenn eine ausreichende Virusmenge auf einen Gegenstand oder eine Oberfläche gelangt und dann von einer Person zum Beispiel über die Hände an deren Schleimhäute getragen wird.

van Doremalen N, Bushmaker T, Morris DH, et al. Aerosol and Surface Stability of SARS-CoV-2 as Compared with SARS-CoV-1. N Engl J Med. 2020;382(16):1564-1567. doi:10.1056/NEJMc2004973

Das BfR beantwortet Fragen zum Infektionsrisiko durch Oberflächen, Gegenstände und Lebensmittel auf seiner Webseite.

In Friseursalons sind Magazine seit Mai wieder erlaubt

Die neuen Erkenntnisse zur Gefährdungslage veranlassten einzelne Bundesländer - Bayern etwa in seiner 4. Infektionsschutzverordnung Anfang Mai - und auch die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienste und Wohlfahrtspflege(BGW) am 20. Mai dazu, das zu Beginn der Pandemie erlassene Zeitschriften-Verbot für Friseursalons wieder aufzuheben. Zeitschriften dürfen seitdem unter Hygieneauflagen ausgelegt werden.

Die Evidenz für eine Übertragung fehlt

Auch die BZÄK weist explizit darauf hin, dass sie den Hinweis zu den Zeitschriften im Wartezimmer "aufgrund der derzeit geringen Infektionszahlen und nicht nachgewiesener Evidenz für eine Übertragung" entfernt hat. Die Entscheidung liege jedoch letztendlich beim Praxisinhaber (und dem praxiseigenen Hygienekonzept). Er kann – unter Berücksichtigung der Händehygiene und des lokalen Ausbruchsgeschehens – entscheiden, ob er für die Patienten im Wartezimmer wieder Magazine zur Verfügung stellt.

Fazit: So können Sie Zeitschriften risikoarm auslegen

  • Fordern Sie Patienten beim Betreten der Praxis auf, sich die Hände zu desinfizieren.
  •  Weisen Sie auf die Hygieneregeln hin: Hände waschen und desinfizieren, in die Armbeuge niesen und husten, nicht mit den Händen ins Gesicht fassen, Maske tragen.
  • Desinfizieren Sie den Zeitschriftenumschlag so gut wie möglich und tauschen Sie die Magazine zügig aus.

Quelle: Empfehlungen der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienste und Wohlfahrtspflege

[Quelle: ZM online]

 

Das öffentliche und soziale Leben – und damit oft eine wichtige "Kontrollinstanz" – ist durch die Ausgangsbeschränkungen im Zuge der Eindämmung der Corona-Pandemie erheblich eingeschränkt. Verletzungen im Bereich Mund, Kiefer und Gesicht gehören zu den häufigen Folgen bei interpersoneller Gewalt. Darum sind die folgenden Informationen auch bzw. gerade für Zahnärzte relevant:

Erste Erhebungen aus China zeigen, dass die wegen der Corona-Pandemie angeordnete häusliche Isolation zu vermehrten Übergriffen gegen Frauen und Kindern geführt hat. S.I.G.N.A.L. e.V. Intervention im Gesundheitsbereich gegen Gewalt geht davon aus, dass es auch in Deutschland vermehrt zu Gewalttaten in Familien kommen wird. Verschiedene Opferschutzorganisationen bestätigen eine Zunahme an häuslicher Gewalt bereits.

Zahnärztinnen und Zahnärzte finden hier Materialien, um sich selbst und ebenso ihre Patientinnen und Patienten zu informieren (z. B. Auslegen von Flyern). Alle Materialien finden Sie außerdem immer hier in unseren Zahnarzt Downloads > Spezielle Patientengruppen > Patienten, die Gewalt erfahren haben

Hinweis: Wir bemühen uns, Ihnen den aktuellen Stand der Erkenntnisse darzulegen. Dass diese bereits nach kurzer Zeit überholt sein können, liegt am hochdynamischen Verlauf der Situation.

  • Kammerinformation 4-4 (vom 24.4.2020)
    Coronavirus: Muster-Formular zum Widerspruch auf Negativ-Bescheid bei Kurzarbeitergeld-Antrag; Bestätigungsschreiben für Notbetreuung (Kita, Hort); ZFA-Ausbildung: Berufsschul-Start und neue Prüfungstermine
     
  • Kammerinformation 4-3 (vom 9.4.2020)
    Coronavirus: Anbieter für FFP1- und FFP2-Masken gefunden; Corona-Hygiene-Pauschale; Umfragen; Ausbilder-FAQ; ZFA-Prüfungstermine abgesagt; Feiertagsgrüße
     
  • Kammerinformation 4-2 (vom 6.4.2020)
    Coronavirus: Politische und mediale Maßnahmen Ihrer Zahnärztekammer; Patienteninformationen; Schwerpunktpraxen (KZV Berlin)
     
  • Kammerinformation 4-1 (vom 3.4.2020)
    Coronavirus: Täglicher Umgang in der Praxis; Entschädigungen bei Praxisschließungen? Best Practice für Zahnärzte - Prof. aus Wuhan im Videostream
     
  • Kammerinformation 3-8 (vom 26.3.2020)
    Coronavirus: Liquiditätshilfen und wirtschaftliche Entlastungen (Berlin, Bund u. a.)
     
  • Kammerinformation 3-7 (vom 23.3.2020)
    Coronavirus: Klarstellung: Übertragungswege - aktualisierte Empfehlungen
     
  • Kammerinformation 3-6 (vom 23.3.2020)
    Coronavirus: Übertragungswege - aktualisierte Empfehlungen
     
  • Kammerinformation 3-5 (vom 20.3.2020)
    Coronavirus: Übertragungswege: keine Aerosol-Evidenz; Hinweise und Empfehlungen f. d. ZAP; Passierbescheinigungen für ZÄ und ZFA
     
  • Kammerinformation 3-4 (vom 19.3.2020)
    Coronavirus: Beschaffung von Schutzausrüstung; Systemrelevanz von ZÄ und ZFA; Finanzielle Unterstützung und wirtschaftliche Folgen; Absage ZFA-Prüfungen
     
  • Kammerinformation 3-3 (vom 16.3.2020)
    Coronavirus: Wirtschaftliche Auswirkungen; Ansprechpartner für Liquiditätshilfen, Kredite, Finanzierungsfragen etc.
     
  • Kammerinformation 3-2 (vom 13.3.2020)
    Coronavirus: Infos zu Kurzarbeit; Behandlung von Erkrankten; aktuelle Infos online; Ansprechpartner
     
  • Kammerinformation 3 (vom 12.3.2020)
    Coronavirus: "Kammer vor Ort" abgesagt; aktuelle Infos online; Ansprechpartner
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