Coronavirus - aktuelle Informationen | Stand: 3.4.2020*

Die Entwicklung bei der Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 ist dynamisch. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat zu der vom Virus verursachten Erkrankung einen COVID-19-Steckbrief publiziert, der auf der laufenden Sichtung der wissenschaftlichen Literatur basiert.

In seiner Risikobewertung schätzt das RKI die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland aktuell als hoch ein, für Risiokogruppen als sehr hoch. Hier finden Sie Fallzahlen des RKI von bestätigten COVID-19-Erkrankten.

Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie das Zahnmedizinische Fachpersonal kommen den Atemwegen von Patienten näher als viele andere Ärzte. Daher gilt es zurzeit vieles zu bedenken. Wir haben Ihnen wichtige Informationen zusammengestellt, die wir tagesaktuell ergänzen.

Unsere Corona-Hotline erreichen Sie telefonisch** unter (030) 34 808 116.

Oder senden Sie eine E-Mail an covid-19(at)zaek-berlin.de.

 

Zum Umgang mit symptomlosen Patienten siehe unten.


* Damit Sie stets die aktuellen Informationen im Blick haben, datieren wir seit dem 19.3.2020 die einzelnen Abschnitte, wenn wir dort Aktualisierungen vornehmen.

** zu unseren Geschäftszeiten

Aufgrund der veränderten Informationen des Robert Koch-Institutes zum Thema "Aerosole" empfehlen wir bis auf Widerruf angesichts der sich ständig ändernden Sachlage, bei Patientinnen und Patienten ohne Symptome einer COVID-19 Erkrankung:
 
a) die Verwendung von Schall- und Ultraschallhandstücken zu vermeiden.
b) die Verwendung von Pulverstrahlgeräten (z. B. "Air-Flow") zu vermeiden.
c) die Verwendung von luftgetriebenen Turbinen zu vermeiden.
d) die Verwendung von Hand- und Winkelstücken mit übermässiger Wasserkühlung zu vermeiden (d. h., dass wir den Einsatz von Hand- und Winkelstücken mit reduzierter Wasserkühlleistung empfehlen. Keinesfalls ist dies als Empfehlung zu verstehen, auf Hand- und Winkelstücke insgesamt zu verzichten, da diese die luftbetriebenen Turbinen ersetzen sollen!).
e) die Keimzahl in der Mundhöhle vor zahnmedizinischen Prozeduren mit einer ausgiebigen Mundspülung zu reduzieren. Laut aktueller Studien ist gegen das aktuelle Virus 1%ige H2O2-Lösung wirksamer als der ansonsten geltende Goldstandard Chlorhexidin. Die Mundspülung sollte nicht in die Speischale ausgespuckt werden, sondern konsequent abgesaugt werden. Das Ausspülen des Patienten während der Behandlung sollte durch eine konsequente Absaugtechnik vermieden werden.
f) Überprüfung des guten Sitzes des Mund-Nasen-Schutzes oder der FFP2-Maske: Studien haben ergeben, dass das enge Anliegen der Maske entscheidend für den Rückhaltegrad ist.
g) Weiterhin sollte jede Form der Behandlung von Risikogruppen (Senioren älter als 70 Jahre, multimorbide Patienten, immunsupprimierte oder immunreduzierte Patienten oder anders einschlägig gesundheitlich vorgeschädigte Patienten) auf ein absolut notwendiges Maß reduziert werden, besonders um Kontakte im Wartezimmer oder bei der Anfahrt in die Praxis zu vermeiden.
h) Die Verwendung von Visieren bei der zahnärztlichen Behandlung kann die Sicherheit weiter erhöhen.

Eine Infektionsgefährdung von Patienten in der zahnärztlichen Praxis ist durch die (ohnehin gesetzlich vorgeschriebene) Schutzkleidung nahezu ausgeschlossen.

Bitte nach jedem Patienten alle Oberflächen, insbesondere Türklinken etc. entsprechend der bereits versendeten Arbeitsanweisungen wischdesinfizieren.

 

Allgemeine wirtschaftliche Fragen in Zusammenhang mit dem Coronavirus

Auf der Webseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) finden Sie diese Themenseite: "Auswirkungen des Coronavirus: Informationen und Unterstützung für Unternehmen". Es wurde außerdem eine Hotline für allgemeine wirtschaftsbezogene Fragen zum Coronavirus eingerichtet unter Tel. (030) 186 15 15 15.

Hier finden Sie außerdem umfangreiche Hinweise des BMWi und des Bundesfinanzministerium (BMF): "Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen".

Liquiditätshilfen

Die Investitionsbank (IBB) hat eine Themenseite "Liquiditätsengpässe wegen Coronavirus - Unterstützung für Berliner Unternehmen" erstellt. Sie erreichen die IBB über eine spezielle Hotline unter Tel: (030) 21 25 47 47 sowie per E-Mail an wirtschaft(at)ibb.de.
 

Kredite für Unternehmer

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat die folgende Themenseite "KfW-Corona-Hilfe: Kredite für Unternehmen" erstellt.
 

Finanzierungsanfragen

Über die Bürgschaftbank können Sie eine Finanzierungsanfrage online stellen. Mehr Informationen unter https://finanzierungsportal.ermoeglicher.de.
 

Kurzarbeit | Agentur für Arbeit

Die Agentur für Arbeit hat eine Hotline für Arbeitgeber, die sich zum Kurzarbeitergeld informieren wollen, eingerichtet: Tel. 0800 45 555 20. Mehr hier: "Corona-Virus: Informationen für Unternehmen zum Kurzarbeitergeld" oder hier "Kurzarbeit".
Auch für Arbeitnehmer steht eine Themenseite zur Verfügung: "Kurzarbeitergeld – Informationen für Arbeitnehmer"

Kurzarbeitergeld-Rechner

Einen – nicht verbindlichen – Rechner zur Berechnung des Kurzarbeitergeldes finden Sie unter "KfW-Corona-Hilfe: Kredite für Unternehmen".
 

Jeder Arbeitnehmer hat ein Recht auf Arbeit. Also sind Sie als Arbeitgeber nach §§ 242 Abs. 2, 618 BGB verpflichtet, alle notwendigen Schutzmaßnahmen zur Risikoeliminierung zu ergreifen und damit den Arbeitnehmer und seinen Arbeitsplatz zu schützen. So unterliegt auch der gesundheitliche Schutz des Arbeitnehmers der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers. Als Arbeitgeber müssen Sie darauf achten, dass die oben beschriebenen Hygienemaßnahmen eingehalten werden und ggf. die Arbeitnehmer entsprechend aufklären.

Wir gehen oben auf häufig gestellte arbeitsrechtliche Fragen ein. Darüberhinaus beantwortet Ihnen weitere arbeitsrechtliche Fragen unsere Justiziarin, Frau Mitteldorf, unter Tel. (030) 34 808 160 oder per E-Mail.

Hinweis: Die rechtliche Einschätzung erfolgt auf Grundlage der aktuell herrschenden Rechtsmeinung. Da eine vergleichbare Situation bislang noch nicht bestand, fehlt es an einschlägiger Rechtsprechung hierzu.

Hier finden Sie weiterführende Lektüre:

Die BZÄK hat zum Coronavirus (SARS-CoV 2) ein arbeitsrechtliches Informationsblatt für die Zahnarztpraxis zusammen gestellt.
Die Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg hat hier u.a. Arbeitsrechtliche Problemstellungen erörtert.
Der Quintessenz Verlag schreibt zu Corona und Zahnarztpraxis – „Virusfrei“ oder „business as usual?“
Hier finden Sie einen weiterführenden Artikel vom Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland e.V.: "Corona-Virus: Auch Selbstständige und Freiberufler werden bei Quarantäne entschädigt"

Allgemeine Fragen zum Thema
Bitte rufen Sie die Coronavirus-Hotline der Zahnärztekammer Berlin unter Tel. (030) 34 808 116 an oder senden Sie eine E-Mail an covid-19(at)zaek-berlin.de. Wir sind für Sie da und halten Sie auf dem Laufenden!

Spezifisch arbeitsmedizinische Fragen
PD Dr. Dr. med. Alexander Gerber und Dr. med. Marc Krüger (betriebsärztliche Kooperationspartner der Zahnärztekammer Berlin)
Telefon 0176 301 437 51 oder E-Mail: betriebsaerzte(at)gmx.de [für Anfragen zum Thema nutzen Sie bitte diese spezielle E-Mail-Adresse]

 

Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung hat eine Hotline geschaltet, bei der Berlinerinnen und Berliner, die befürchten, sich mit dem Virus angesteckt zu haben, anrufen und sich beraten lassen können. Besetzt ist die Hotline mit Fachleuten des Landesamtes für Gesundheit und Soziales, der bezirklichen Gesundheitsämter und der Charité unter Federführung der Senatsverwaltung für Gesundheit. Die Hotline ist täglich von 8:00 bis 20:00 Uhr unter (030) 9028 2828 zu erreichen. Mehr Infos hier.
Da die zentrale Hotline überlastet ist, gibt es seit dem 24.3.2020 Hotlines der Bezirke: Zur besseren Erreichbarkeit haben alle Bezirke separate Telefonnummern und E-Mail-Adressen eingerichtet. Hier finden Sie die Bezirke-Hotlines (inkl. E-Mail-Adressen).

 

Robert Koch-Institut - tagesaktuelle Empfehlungen:
www.rki.de/covid-19

Bundeszahnärztekammer (BZÄK):
Risikomanagement in Zahnarztpraxen

Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV):
Coronavirus - Informationen für Praxen

 

Das Robert Koch-Institut hat Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2 zusammengestellt.

Die Kollegen der Ärztekammer Berlin haben hier Informationen zum neuartigen Coronavirus zusammengefasst.

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) gibt bezüglich des Coronavirus Empfehlungen für Beschäftigte im Gesundheitswesen

Rechtsanwalt Anno Haak, von der Kanzlei lenmed.de, beantwortet hier rechtliche Fragen rund um Entschädigungen bei möglichen Praxisschließungen. Im Folgenden finden Sie verkürzt Antworten und Schlussfolgerungen. Für die ausführliche Auslegung der Fragen lesen Sie bitte den gesamten Artikel.


1.    „Freiwillige“ Praxisschließungen
Bei „freiwilligen“ Schließungen von Praxen kommt unter keinem rechtlichen Aspekt eine Entschädigung in Betracht. Das Risiko der weiterlaufenden Kosten trägt allein der Praxisinhaber!  
 
2.    Schließung aufgrund von Rechtsverordnungen oder Allgemeinverfügungen
Auch eine Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) kommt z. B. bei Maßnahmen wie bei den Gaststättenschließungen, wenn Zahnarztpraxen in solche allgemeinen Schließungen einbezogen würden, nicht in Betracht.  
 
3.    Schließung wegen Quarantäne
Sofern individuell gegen den Praxisinhaber Quarantäne oder Berufsverbot verhängt und deshalb ein Minderumsatz erzielt wird, kommt eine Entschädigung in Betracht, deren Höhe aber unklar ist.

Hier finden Sie "COVID-19: Hinweise und Empfehlungen für die zahnärztliche Praxis" (Unter Einbeziehung der Daten und der Empfehlungen des Robert Koch-Institut)

Arbeitgeber sind im Rahmen ihrer arbeitsrechtlichen Fürsorgepflicht gegenüber ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern bei erkennbaren Risiken verpflichtet, mögliche Ansteckungen durch Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer zu verhindern.

Insoweit sind Arbeitgeber auch berechtigt, Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer daraufhin zu befragen, ob diese sich in einer gefährdeten Region oder an einem Ort mit einem deutlich erhöhten Ansteckungsrisiko aufgehalten hat (bspw. Flughäfen, Bahnhöfe, Großveranstaltungen). Die Auskunftspflicht ist auf eine Negativauskunft beschränkt, das heißt, die betreffende Arbeitnehmerin bzw. der Arbeitnehmer muss die Frage lediglich mit „ja“ oder „nein“ beantworten. Über den genauen Aufenthaltsort muss keine Auskunft erteilt werden.

Arbeitgeber können auch eine betriebsärztliche Untersuchung einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters anordnen, sofern hieran ein berechtigtes Interesse besteht, was insbesondere dann der Fall sein kann, wenn die betreffende Person besonderen Ansteckungsrisiken ausgesetzt war.

[Mit freundlicher Genehmigung der Landeszahnärztekammer Baden-Würtemberg]

Ja! Den Praxisinhaber trifft eine Rücksichtnahmepflicht, die es ihm gebietet, gesundheitliche Risiken in seiner Praxis nach Möglichkeit auszuschließen. Wenn begründete Anhaltspunkte dafür bestehen, dass der betreffende Arbeitnehmer mit dem Coronavirus infiziert ist, ist der Arbeitgeber berechtigt, diesen bezahlt freizustellen. Eine Freistellung ohne Fortzahlung des Gehalts kommt nicht in Betracht.

[Mit freundlicher Genehmigung der quintessenz-News]

Ja! Inhaltlich ist hier aber noch zu differenzieren:

Wenn der Mitarbeiter tatsächlich an COVID-19 erkrankt ist, ist der Arbeitnehmer infolge seiner Erkrankung arbeitsunfähig und wie bei jeder anderen Erkrankung für sechs Wochen zu bezahlen, bevor Krankengeld von der Krankenkasse erhält.

Erfolgt die Quarantäne zur Abklärung eines Verdachtsfalls, gelten abweichende Sonderregelungen des Infektionsschutzgesetzes. Das Gesetz sieht vor, dass dem unter Quarantäne gestellten Mitarbeiter eine Entschädigung zusteht, die grundsätzlich der Staat zu zahlen hat. In den ersten sechs Wochen der Quarantäne ist diese Entschädigung allerdings jeweils in Höhe des Verdienstausfalls vom Arbeitgeber zu gewähren, danach wird die Entschädigung in Höhe des Krankengeldes vom Staat weitergezahlt. Der Arbeitgeber kann die von ihm gezahlten Entschädigungsanteile in voller Höhe vom Staat (Berlin: Gesundheitsämter der Bezirke) erstatten lassen.

[Mit freundlicher Genehmigung der quintessenz-News]

Wird der Praxisinhaber wegen des Verdachts einer Corona-Infektion unter Quarantäne gestellt oder wird ihm wegen eigener Erkrankung an dem Corona-Virus ein berufliches Tätigkeitsverbot nach § 31 Infektionsschutzgesetz erteilt, hat auch dieser Anspruch auf Entschädigung, die sich nach dem Verdienstausfall bemisst. Diese Entschädigung wird von der zuständigen Behörde (Berlin: Gesundheitsämter der Bezirke) gewährt. Bei der Kalkulation des Verdienstausfalls werden in der Regel die letzten Jahreseinnahmen zugrunde gelegt. Daneben besteht auch ein Anspruch auf Ersatz der während der Quarantänezeit weiterlaufenden nicht gedeckten Betriebsausgaben, in angemessenem Umfang. Möglicherweise tritt in diesen Fällen (zusätzlich) eine Betriebsunterbrechungs- bzw. Praxisausfallversicherung ein.

[Mit freundlicher Genehmigung der quintessenz-News]

Ja! Solange ein Arbeitnehmer nicht krankheitsbedingt arbeitsunfähig ist, trifft ihn auch die Pflicht, seine Arbeit zu verrichten. Die diffuse Angst, sich möglicherweise durch menschliche Kontakte mit dem Coronavirus zu infizieren, rechtfertigt das Fernbleiben vom Arbeitsplatz nicht.

[Mit freundlicher Genehmigung der quintessenz-News]

Praxisinhaberinnen und -inhaber tragen grundsätzlich das unternehmerische Betriebsrisiko. Sollte es zu größeren krankheitsbedingten Ausfällen in der Praxis kommen, so ist die Praxisinhaberin oder Praxisinhaber berechtigt, Überstunden einseitig anzuordnen, um den Praxisausfall zu kompensieren. Aufgrund der arbeitsvertraglichen Treuepflicht sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesen Situationen verpflichtet, Arbeiten auch über das arbeitsvertraglich Vereinbarte hinaus zu übernehmen.

[Mit freundlicher Genehmigung der Landeszahnärztekammer Baden-Würtemberg]

Im Falle von Lieferengpässen, bspw. von notwendiger Schutzkleidung, ist ein Antrag auf Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit zu prüfen. Vor einem Antrag auf Kurzarbeit wegen Lieferengpässen notwendiger Schutzkleidung, haben Praxisinhaberinnen bzw. -inhaber allerdings alles Zumutbare zu unternehmen, um sich die notwendige Schutzausrüstung zu beschaffen.

Für den Fall einer nicht vermeidbaren vorübergehenden Schließung der Praxis - etwa wenn es keine notwendige Schutzkleidung mehr gibt - ist zu prüfen, ob ggf. eine bestehende Praxisausfallversicherung für die Unterbrechung des Praxisbetriebes aufkommt. Wenn eine Praxisausfallversicherung besteht, ist mit dieser Kontakt aufzunehmen.

[Mit freundlicher Genehmigung der Landeszahnärztekammer Baden-Würtemberg]

Hier finden Sie aktuelle Informationen der BZÄK zum Kurzarbeitergeld.


Eine schwierige wirtschaftliche Entwicklung oder auch ein unvorhersehbares Ereignis kann Kurzarbeit in Ihrer Praxis notwendig machen. Mit Kurzarbeitergeld können die daraus folgenden Entgeltausfälle in Teilen ausgeglichen werden. Beschäftigte in Kurzarbeit können die Leistung maximal 12 Monate lang beziehen.

In welchen Fällen Sie als Arbeitgeber diese Leistung für Ihre Angestellten beantragen können, erläutert das Video: Kurzarbeitergeld (Teil 1): Voraussetzungen (externes Video auf youtube.de).

Aus welchen Schritten sich das Antragsverfahren zusammensetzt, erfahren Sie im Video: Kurzarbeitergeld (Teil 2): Verfahren (externes Video auf youtube.de).

Hinweis: Die Informationen umfassen die bisher geltenden Regeln zur Kurzarbeit. Bundesregierung und Gesetzgeber erarbeiten derzeit kurzfristige Sonderregeln zum erleichterten Bezug von Kurzarbeitergeld. Diese geplanten Änderungen sind in den Videos nicht enthalten.


Wie hoch ist das Kurzarbeitergeld?

Das Kurzarbeitergeld berechnet sich nach dem Netto-Entgeltausfall. Beschäftigte in Kurzarbeit erhalten grundsätzlich 60 Prozent des pauschalierten Netto-Entgelts. Lebt mindestens ein Kind mit im Haushalt, beträgt das Kurzarbeitergeld 67 Prozent des ausgefallenen pauschalierten Nettoentgelts. Die maximale gesetzliche Bezugsdauer beträgt 12 Monate.

Diese Tabellen helfen Ihnen bei der Berechnung:

Hier finden Sie häufig gestellte Fragen zu Kurzarbeit und Qualifizierung.
(Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales)

In Berlin sind Schulen und Kitas bis 19.4.2020 behördlich geschlossen (Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus in Berlin). Sind hiervon die Kinder von Arbeitnehmern betroffen, so gelten folgende Regelungen:

Ist das Kind des Arbeitnehmers selbst krank, gelten die allgemeinen Regelungen.

Ist das Kind des Arbeitnehmers nicht selbst krank, ist es regelmäßig dennoch betreuungsbedürftig. Gibt es für den Arbeitnehmer keine andere Möglichkeit der Betreuung (Familie, Freunde etc.) kann der Arbeitnehmer in den Grenzen des § 616 BGB auch in diesen Fällen die Betreuung des Kindes unter entsprechender Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber übernehmen. Sofern die Anwendung des § 616 BGB arbeitsvertraglich oder wegen unverhältnismäßiger Dauer ausgeschlossen ist, ist eine gemeinsame Lösung von Arbeitsgeber und Arbeitnehmer zu empfehlen. Hier ist an die Inanspruchnahme von Urlaub durch den Arbeitnehmer oder die unbezahlte Freistellung des Arbeitnehmers zu denken.

[Quelle: BZÄK Das Coronavirus (SARS-CoV 2) - Arbeitsrechtliches Informationsblatt für die Zahnarztpraxis]

Hier finden Sie - falls Kita oder Hort diesen Nachweis benötigen:


Die Kita-Aufsicht der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Frauen bestätigt am 19.3.2020: alle Zahnärzte und Zahnärztinnen und deren zahnmedizinische Mitarbeiter*innen zählen zu den systemrelevanten Berufsgruppen!

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie informiert, wer Anspruch auf Kita- und Schul-Notbetreuung hat: Zu den sog. systemrelevante Berufen gehört u. a. betriebsnotwendiges Personal im Gesundheitsbereich (insbesondere ärztliches Personal, Pflegepersonal und medizinische Fachangestellte, Reinigungspersonal, sonstiges Personal in Krankenhäusern, Arztpraxen, Laboren, Beschaffung, Apotheken).

[Quelle: SenBJF "Wer hat Anspruch auf Kita- und Schul-Notbetreuung?"]

Durch die vom Senat verordneten Schulschließungen sind auch die Berufsschülerinnen und -schüler der Zahnmedizinischen Fachangestellten betroffen. Unterrichtsinhalte können damit nicht mehr in der Schule vermittelt werden. Besonders für Berufsschülerinnen und -schüler in Abschlussklassen bedeutet das eine große Verunsicherung, da eventuell Schulstoff noch nicht vermittelt wurde bzw. Zeit für Prüfungsvorbereitung in der Schule fehlt.
Die Oberstufenzentren stellen den Berufsschülerinnen und - schülern Unterrichtsmaterialien online über die jeweilige Schucloud/Plattform zur Verfügung.
Rahel-Hirsch-Schule | OSZ Gesundheit/Medizin: IServ
OSZ Gesundheit I: moodle
Das ersetzt zwar keinen Unterricht, gibt aber die Möglichkeit, sich im Selbststudium Unterrichtsinhalte zu erarbeiten bzw. zu wiederholen.

Die Schule hat hinsichtlich der Verfahrensweise Folgendes entschieden:
1. Für die prüfungsrelevanten Fächer stehen den Berufsschülerinnen und -schülern verschiedene Materialien online zur Verfügung.
2. Über die Arbeitsaufträge werden die Berufsschülerinnen und -schüler direkt von der jeweiligen Lehrkraft per Mail informiert.
3. Angesichts der zurzeit hohen Arbeitsbelastungen in den Praxen empfehlen wir folgende Handhabung:
a. Auszubildende im 1. bis zum 5. Semester sollten bei praxisindividuellen Leerzeiten die Gelegenheit bekommen, das Lernmaterial zu bearbeiten.
b. Auszubildende im 6. Semester und Vorzieherinnen empfehlen wir, Lernzeit im Umfang eines Tages zur Verfügung zu stellen.
4. Sollten Berufsschülerinnen und -schüler keinen Zugang zur Schulcloud/Plattform haben (z. B. Passwort vergessen), melden Sie sich bitte bei der Rahel-Hirsch-Schule | OSZ Gesundheit/Medizin unter info(at)rahel-hirsch.schule und beim OSZ Gesundheit I unter moodle(at)osz-gesundheit.de
5. Berufsschülerinnen und -schüler sollen auf jeden Fall die Mails ihrer Fachlehrkräfte beachten und ggf. auch beantworten, um sicherzustellen, dass die eingeleiteten Maßnahmen (Arbeitsaufträge) auch zielführend sind.

Uns ist es bewusst, dass diese Zeit große Anforderungen an uns alle stellt und wir hoffen, dass wir gemeinsam die Krise bewältigen. Wenn wir in dieser Situation unsere Auszubildenden nicht aus den Augen verlieren, ihre Wünsche und Bedarfe berücksichtigen, leisten wir einen großen Beitrag zur Ausbildung von Fachpersonal, das wir auch dringend benötigen.

Nicole Verdenhalven | Schulleiterin Heike Heringhaus | Schulleiterin
Rahel-Hirsch-Schule | OSZ Gesundheit/Medizin           OSZ Gesundheit I

Liebe Kollegin und lieber Kollege,

in den letzten Tagen erreichen uns Fragen, wie diese: „Vielen Dank für Ihre umfangreichen Informationen zum Kurzarbeitergeld. Aber was ist denn mit den Azubis? Laut Formular sind sie davon ausgeschlossen. Aber die Schule ist geschlossen. Soll ich sie den ganzen Tag alleine in der Praxis lassen, um die Ausbildung nicht zu gefährden? Auch die Azubis sollte verkürzt arbeiten.“

Richtig ist, dass die Auszubildenden über das Kurzarbeitergeld nicht erfasst sind. Richtig ist auch, dass die Arbeitszeit 40 Wochenstunden beträgt; in den Ferien haben sie in der Praxis präsent zu sein, sollte in dieser Zeit kein Urlaub gewährt werden. Richtig ist, dass gemäß Verordnung des Senates des Landes Berlin seit dem 16.03.2020 die Oberstufenzentren geschlossen sind.

Die wöchentliche Arbeitszeit der Auszubildenden bemisst sich auf 12 Stunden berufstheoretischen Unterricht, somit verbleiben 28 Stunden praktische Ausbildung. Beide Oberstufenzentren Gesundheit haben für die berufstheoretische Ausbildung den Auszubildenden Aufgaben online gestellt, wofür jeder und jede einen persönlichen Zugang hat, und bitten darum, dass den Azubis von den Ausbildungspraxen für die Erarbeitung ausreichend Zeit eingeräumt wird. Das Erarbeitete sollten Sie sich vorlegen lassen und korrigieren. Nicht zu vergessen sei die Zeit außerhalb der Praxistätigkeit für die Erarbeitung monatlicher Berichte für den Ausbildungsnachweis. Ein entsprechender Aufruf durch die Oberstufenzentren ist Ihnen sicherlich schon zugegangen.

Zurzeit ist keine unangemessene Unterbrechung der Ausbildung gemäß Berufsbildungsgesetz gegeben, zumal beide, Ausbildungspraxis und die Oberstufenzentren, ihren Aufgaben entsprechend ihres Anteils nachkommen.

Sollten Sie weitere Fragen haben, rufen Sie uns an, wir sind für Sie da.

Dr. Detlef Förster
Mitglied des Vorstandes | Referat Aus- und Fortbildung Zahnmedizinische Fachangestellten

Die Zahnärztekammer Berlin sagt hiermit die geplanten Prüfungestermine ab.

Dies betrifft die Zwischenprüfung am 14.05.2020,

die schriftliche Abschlussprüfung am 25.04.2020

und die praktischen Übungen vom 12.06.2020 bis 20.06.2020.

Die Ergebnisse der Röntgen-Klausuren hängen wie geplant, nach Aufhebung der Schulschließungen in den Oberstufenzentren, OSZ Gesundheit/Medizin und OSZ Gesundheit I, aus.

Derzeit ist geplant, die schriftliche Abschlussprüfung am 30.05.2020 und die praktischen Prüfungen vom 21.08.2020 bis 29.08.2020 durchzuführen. Die Zwischenprüfung wird nach den Sommerferien stattfinden. Wir werden Sie per Newsletter und Website zeitnah informieren.

Dr. Detlef Förster
Mitglied des Vorstandes | Referat Aus- und Fortbildung Zahnmedizinische Fachangestellte

Der Praxisinhaber hat zu gewährleisten, dass sein Personal bei ihm sicher arbeiten kann, und hat hierzu für den entsprechenden Gesundheitsschutz zu sorgen. Daraus folgt auch, dass er als Arbeitgeber die erforderlichen Mittel bereitzustellen hat, die insbesondere auch persönliche Schutzvorrichtungen umfassen. Das heißt also: Die obligatorischen Einmalhandschuhe und Mundschutze für die am Patienten tätigen Mitarbeiter hat der Praxisinhaber auf eigene Kosten zu beschaffen und deren Nutzung anzuordnen.

[Mit freundlicher Genehmigung der quintessenz-News]

In der Zahnarztpraxis sollten bei allen nicht-invasiven Eingriffen, wie z. B. einer Befund-Aufnahme auf jeden Fall mindestens ein handelsüblicher Mund-Nasen-Schutz (MNS) getragen werden. Die spezielle Patienten-Anamnese sollte der aktuellen Risikobewertung (siehe oben) angepasst werden, d. h. Nachfrage auch nach Erkrankung der Atemwege und Fieber innerhalb der zurückliegenden 14 Tage – im Zweifelsfall sollte die Behandlung verschoben werden.

Achten Sie auf die ohnehin geltenden Hygienemaßnahmen und instruieren Sie das gesamte Praxisteam hinsichtlich folgender besonderer Hygiene-Maßnahmen:

  • die Türklinken der Behandlungszimmer sollten nach jeder Patientenbehandlung wischdesinfiziert werden
  • die Behandlungsräume sollten nach jeder Patientenbehandlung gut durchlüftet werden
  • Optimierung der Absaugtechnik
  • besonders gute Händedesinfektion
  • Vermeiden Sie Berührungen von Nase, Mund und Augen

Sie können Patienten in Ihre Praxen außerdem über die 10 wichtigsten Hygienetipps zum Vorbeugen vor Infektionen sowie Wie kann ich mich vor einer Infektion schützen? informieren. Denn der Umgang mit Infektionen ist auch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe: Jeder kann etwas tun, um die weitere Verbreitung von Infektionen zu begrenzen.

Die aktuelle Lage kann sich schnell ändern [Fallzahlen des RKI]. Wenn sich eine größere Anzahl Personen in Berlin mit COVID-19 infiziert haben sollte, könnten die oben gegebenen Hygiene-Empfehlungen nicht mehr ausreichend sein. Dann wäre eine FFP2-Maske für jede Behandlung notwendig.

Erweiterte Schutzmaßnahmen – dazu zählen geschlossene Schutzkittel, Kopfhauben oder eben besonders sichere Schutzmasken – sind nur bei der Behandlung bereits diagnostizierter oder im dringenden Verdacht einer Coronavirus-Infektion stehenden Patienten in Krankenhäusern angezeigt.

Falls Sie keine FFP2- oder FFP3-Masken mehr erwerben können, könnten Sie notfalls auch auf sogenannte Halbmasken mit Wechselfiltern zurückgreifen.

Das Tragen der FFP2-Masken ist für Menschen mit Vorerkrankungen (z. B. Asthma, COPD) unter Umständen nicht möglich. Der Gesetzgeber sieht eine Angebotsvorsorge nach ArbmedVV vor. Sie hat zum Ziel, die Menschen über das Risiko zu informieren, das durch das Tragen der Masken entstehen kann. Es werden dabei auch technische Untersuchungen angeboten (z. B. Spirometrie).

Da ein großer Teil der Mund-Nasen-Schutzmasken (MNS) oder FFP-Masken für den europäischen Markt in China produziert wird und von dort keine Lieferung nach Europa mehr erfolgt, ist es umso wichtiger, über einen Ressourcen schonenderen Einsatz dieser Masken und weiterer persönlicher Schutzausrüstung nachzudenken. Normalerweise sind FFP-Masken aus hygienischen Gründen nach der Benutzung zu entsorgen. Wenn aber FFP-Masken und/oder MNS nicht in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen z. B. im Fall einer Epidemie, besteht die Möglichkeit, auf bereits benutzte Masken zurückzugreifen (siehe Anhang 7 Ziffer 2 der TRBA 250 und ABAS-Beschluss 609).

Wenn es also nötig ist, können Masken auch mehrfach benutzt werden. Folgende Maßnahmen zur Weiterverwendung gebrauchter Masken müssen beachtet, das Personal entsprechend unterwiesen und Informationen gut erkennbar ausgehängt werden (Robert Koch-Institut). Insbesondere ist darauf zu achten, dass

•    das Absetzen der Maske, des MNS so zu erfolgen hat, dass hierdurch eine Kontamination der Maske/des MNS (vor allem der Innenseite) bzw. eine Kontamination des Gesichtes verhindert wird, z. B. durch eine vorherige Handschuhdesinfektion oder ein entsprechendes Handschuhmanagement (z. B. Mehrfachhandschuhe)
•    nach dem Absetzen der Maske/des MNS diese im Schleusenraum vor dem Patientenzimmer trocken an der Luft aufbewahrt (nicht in geschlossenen Behältern) und zwischengelagert werden sollte, sodass Kontaminationen der Innenseite der Maske/des MNS aber auch Verschleppungen auf andere Oberflächen vermieden werden
•    die Handschuhe anschließend fachgerecht zu entsorgen und die Hände zu desinfizieren sind
•    die gebrauchte Maske, der gebrauchte MNS/FFP-Maske eindeutig einer Person zuzuordnen ist, um ein Tragen durch andere Personen auszuschließen (z. B. Markieren).
•    benutzte FFP-Masken und MNS nicht mit Desinfektionsmittel zu reinigen oder zu desinfizieren sind, da dies die Funktionalität der Maske negativ beeinflussen kann.
•    beim erneuten Anziehen der MNS/FFP-Masken darauf zu achten ist, dass eine Verschleppung der Erreger von der kontaminierten Außenfläche (bei Bakterien könnte ggf. sogar eine Vermehrung stattgefunden haben) auf die Innenfläche verhindert wird. Das Berühren der Innenseite des Filtervlieses daher zu vermeiden ist.
•    beim erneuten Aufsetzen saubere Handschuhe zu tragen sind, auf den richtigen Sitz der gebrauchten Maske zu achten ist und die Handschuhe nach dem Absetzen der MNS/FFP-Masken entweder ausreichend zu desinfizieren bzw. zu entsorgen sind.
•    Masken und MNS deren Innenfläche durch Fehler bei der Handhabung möglicherweise (Verdachtsfall) mit Erreger kontaminiert wurden, aus präventiver Sicht sofort fachgerecht zu entsorgen sind
•    der Ort, an dem die Zwischenlagerung erfolgte, unmittelbar nach Entnahme der FFP-Masken/MNS sachgerecht zu desinfizieren ist.

(Quelle: RKI, mehr Informationen hier: Mögliche Maßnahmen zum Ressourcen-schonenden Einsatz von Mund-Nasen-Schutz (MNS) und FFP-Masken in Einrichtungen des Gesundheitswesens bei Lieferengpässen im Zusammenhang mit der neuartigen Coronavirus-Erkrankung COVID-19)

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat bereits darauf hingewiesen, dass Mundschutz mehrfach verwendet werden kann. Erst bei Durchfeuchtung muss der Mundschutz ausgetauscht werden. Möglich ist auch, Mundschutz selbst herzustellen. So kann Mundschutz z. B. auch aus Mulltüchern/Mullwindeln hergestellt werden. Bitte beachten Sie, dass die aus Mulltüchern hergestellten Mund-Nasen-Schutze in geeigneter Weise, z. B. durch auskochen, hygienisch aufbereitet werden.   

[Mit freundlicher Genehmigung der quintessenz-News]

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) stehen im intensiven Austausch mit der Politik, Lieferungen mit Schutzausrüstung wie Mund-Nasen-Schutz (OP-Masken) und FFP2/FFP3-Masken, Schutzbrillen und Schutzkitteln zu erhalten. Ob und wann eine Lieferung eintrifft sowie welchen Umfang diese hat, kann niemand sagen. Sobald wir verlässliche Informationen haben, geben wir Ihnen Bescheid.

Die Zahnärztekammer Berlin hat darüber hinaus den Kontakt zu einer großen Medizinproduktefirma aufgenommen, um gemeinsam mit dem Dentalhandel Schutzausrüstung unmittelbar zu beschaffen. Wir haben hier einen direkten Vertriebsweg zwischen einem Hersteller und einem großen Dentaldepot herstellen können, über den notwendige Schutzausrüstung für Berlin beschafft werden soll.

Über die aufgezeigten Wege versuchen wir, unsere Praxisteams zu schütze und gleichzeitig die Versorgung der uns anvertrauten Patientinnen und Patienten sicher zu stellen.

Wir informieren über jede Neuerung, sobald wir aktuelle Informationen zum Zeitpunkt und Vertrieb haben.

Durch eine Allgemeinverfügung wird Apotheken derzeit erlaubt, Desinfektionsmittel („2-Propanol-haltige Biozidprodukte“) selbst anzufertigen. (Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung). Dies dürfte die Lage hinsichtlich knapper werdender Desinfektionsmittel entspannen.

Ja! Eine Person, die Arzt ist oder sonst zur Ausübung der Heilkunde beim Menschen befugt ist, bedarf keiner Herstellungserlaubnis nach § 13 Abs. 1 AMG, soweit die Arzneimittel unter ihrer unmittelbaren fachlichen Verantwortung zum Zweck der persönlichen Anwendung bei einem bestimmten Patienten hergestellt werden und es sich nicht um erlaubnispflichtig herzustellende Arzneimittel handelt.

Mehr Infos mit Rezeptur: WHO gibt Empfehlungen zur Eigenherstellung - Händedesinfektionsmittel ist aus? Selbst ist die Praxis!

Ein Zahnarzt hat grundsätzlich nur in Notfällen eine Pflicht zur Behandlung.

In einer zahnmedizinischen Notfallsituation, also wenn beim Patienten gesundheitliche Schäden drohen, sofern er nicht unverzüglich zahnmedizinische Hilfe erhält, ist der Zahnarzt zur Hilfeleistung verpflichtet.

Ausgangspunkt ist zunächst § 323c Strafgesetzbuch (Unterlassene Hilfeleistung):

„Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.”

Das Gesetz benennt die Grenzen der Behandlungspflicht: Die Behandlung muss dem Zahnarzt zumutbar sein. Nicht zumutbar kann eine Behandlung des Notfallpatienten sein, insbesondere wenn sich der Zahnarzt dadurch einer erheblichen eigenen Gefahr aussetzt. Auch aus der Berufsordnung geht hervor: Der Zahnarzt kann die zahnärztliche Behandlung ablehnen, wenn die Behandlung ihm nach pflichtgemäßer Interessenabwägung nicht zugemutet werden kann.

Ob die mögliche Ansteckungsgefahr für nichtzahnärztliches Personal oder den Zahnarzt selbst einen solchen sachlichen Grund zur Ablehnung einer Notfallbehandlung darstellt, ist nicht abschließend zu beantworten.

Eine Infektionskrankheit ist in der Regel kein Grund, in Notfällen nicht die erforderliche zahnärztliche Hilfe zu leisten – das aber auch vor allem deswegen, wenn und weil die Infektionsgefahr in der Regel durch strikte Einhaltung der gewöhnlich geforderten Hygieneanforderungen und Schutzmaßnahmen beherrschbar ist.

Was aber, wenn die Hygieneanforderungen und Schutzmaßnahmen nicht eingehalten werden können, wenn die erforderlichen Arbeitsschutzmittel nicht zur Verfügung stehen?

Wird ein Patient ohne Schutzausrüstung behandelt, der an COVID-19 erkrankt ist, setzt sich der Zahnarzt einem Ansteckungsrisiko aus, das insbesondere durch die erforderliche Behandlung beeinflusst wird.

Einfache chirurgische Maßnahmen werden ggf. anders zu beurteilen sein, als beispielsweise Behandlungen, bei denen infektiöse Aerosole entstehen.

Die Frage, ob eine Behandlungspflicht von an COVID-19 erkrankten Notfall-Patienten besteht, muss mithin am konkreten Einzelfall unter Abwägung der Ansteckungsrisiken auf der einen Seite und dem Grad des Notfalls (strengste Indikationsstellung)  auf der anderen Seite beantwortet werden.

Bei lebensbedrohlichen Situationen für den Patienten bzw. sind entsprechend ausgerüstete Praxen oder Kliniken nicht in zumutbarer Zeit erreichbar, kann ein Zahnarzt verpflichtet sein, Ansteckungsrisiken einzugehen.

Bei weniger schwerwiegenden Notfällen und Verfügbarkeit alternativer Behandler kann sich das Ansteckungsrisiko durch COVID -19 als unzumutbar darstellen. In jedem Fall hat sich der Zahnarzt in solchen Fällen um die weitere Behandlung des Patienten zu kümmern.

[Quelle: BZÄK]

Hier finden Sie Schematische Entscheidungshilfen bei Vorstellung von Patienten mit Erkältungssymptomatik

(COVID-19: Verdachtsabklärung und Maßnahmen - Orientierungshilfe für Ärzte vom RKI)


Die Charité hat die CovApp entwickelt, mit der Sie innerhalb weniger Minuten einen Fragenkatalog beantworten und daraus spezifische Handlungsempfehlungen, Ansprechpartner und Kontakte sowie eine Zusammenfassung Ihrer Daten erhalten. Ziel ist es, die Patientenströme in Krankenhäusern und Untersuchungsstellen zu optimieren. Zur CovApp der Charité.

 

Die zahnärztliche Behandlung von Patienten, die Symptome einer akuten respiratorischen Erkrankung der unteren Atemwege (Husten, Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Atembeschwerden und Luftnot, Müdigkeit, Appetitlosigkeit) zeigen, sollte auf die Zeit nach Ende der Erkrankung verschoben werden, sofern es sich nicht um Notfälle handelt. Diese Patienten sind zur Diagnosesicherung und ggf. Einleitung einer Therapie an den Hausarzt zu verweisen.

Für unaufschiebbare zahnmedizinische Behandlungen von Patienten, die unter Verdacht stehen, an COVID-19 erkrankt zu sein, gilt es gemäß BioStoffV und GefStoffV, weitere Vorsichtsmaßnahmen zu treffen:

  • räumliche oder organisatorische Trennung der an COVID-19 erkrankten Patienten von den Patienten der Normalsprechstunde,
  • persönliche Schutzausrüstung für das Personal: Schutzbrille mit Seitenschutz; Atemschutzmaske FFP2; unsterile Handschuhe; langärmliger Schutzkittel; das Tragen einer Kopfhaube kann den Schutz erhöhen; für Reinigungsarbeiten Schutzhandschuhe nach DIN EN 374 mit längeren Stulpen,
  • Patienten nach Betreten der Praxis für die Wartezeit Mund-Nasen-Schutz aushändigen und zum Tragen anhalten,
  • Patienten anhalten, vor Verlassen des Sprechzimmers die Hände zu desinfizieren,
  • Schutzkleidung nach Beendigung der Behandlung kontaminationsfrei ablegen.

Zuständig für den Gesundheitsschutz sind die Bundesländer, für Maßnahmen vor Ort die Gesundheitsämter.

[Quelle: BZÄK]

Gerne können Sie diesen oder ein ähnlich lautenden Aushang an Ihrer äußeren Praxistür aufhängen. Wichtig ist hierbei immer zu vermerken, dass Sie Notfallbehandlungen nicht ablehnen.

Praxisaushang für Patienten mit grippeähnlichen Symptomen

Das RKI empfiehlt eine 14-tägige Quarantäne nur für Kontaktpersonen der Kategorie I und bei erhöhtem Expositionsrisiko der Kategorie II.

Kontaktpersonen:
Kategorie I
„Höheres“ Infektionsrisiko. Medizinisches Personal, wenn es ohne Schutzausrüstung engen Kontakt (≤ 2 Meter Distanz) zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatte.

Kategorie II
„Geringeres Infektionsrisiko“. Medizinisches Personal, das sich ohne adäquate Schutzbekleidung im selben Raum wie ein bestätigter COVID-19-Fall aufhielt, aber eine Distanz von 2 Metern nie unterschritten hat. Hier hängt das Vorgehen von der Einschätzung des Expositionsrisikos durch das Gesundheitsamt ab: Wird es als hoch angesehen (Aerosolexposition), ist häusliche Quarantäne angezeigt.

[Quelle | mehr Infos: BZÄK - Muss die ganze Praxis nach dem Besuch eines Infizierten schließen?]

Hinweis: Wir bemühen uns, Ihnen den aktuellen Stand der Erkenntnisse darzulegen. Dass diese bereits nach kurzer Zeit überholt sein können, liegt am hochdynamischen Verlauf der Situation.

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