Dienstagabend-Fortbildung vom 09. Januar 2018, 20.00 Uhr c.t.

Dr. Anke Handrock

„Psychische Belastung von Zahnärzten im Praxisalltag“

Zahnärzte stehen in ihrem Beruf vielfältigen Belastungen gegenüber. Einerseits sind diese körperlich, durch einseitige Arbeitshaltung, infektiöses Aerosol,…  Auf der anderen Seite kommen vielfältige psychische Herausforderungen hinzu, die sich belastend auswirken.

Bekannt ist , dass sich Angst des Patienten – insbesondere bei Kinderbehandlung – als Stressreaktion auf den Zahnarzt überträgt. Hinzu kommen jedoch weitere Anforderungen wie zum Beispiel hohe administrative Vorgaben, wirtschaftliche Herausforderungen und insbesondere die Mitarbeiterführung. Viele Kollegen erleben diese Arbeitsbereiche als aversive, ungeliebte "nichtzahnärztliche" Tätigkeiten. Hinzu kommt, dass Zahnärzte i.d.R. für keinen dieser Bereiche in ihrer Ausbildung eine hinreichende Schulung oder Vorbereitung erfahren.

Durch die daraus resultierenden Unsicherheiten und den verständlichen Unmut wird das Stresslevel für den behandelnden Kollegen zusätzlich weiter erhöht. Kommt es dann noch zum Ausfall von Mitarbeitern, wird vom oft Zahnarzt eine organisatorische adhoc-Lösung erwartet, die ihn vor weitere Herausforderungen stellt. Erschwerend kommt hinzu, dass die Zahl der Beschäftigten im Gesundheitswesen stetig sinkt und die Qualität der verbleibenden Bewerber nur noch selten den Anforderungen der Praxis direkt entspricht.

Um diese Herausforderungen lösungsorientiert angehen zu können und die Belastungen so weit wie möglich zu senken, gibt es verschiedene Ansätze. Einerseits sind systematisch aufgebaute organisatorische Strukturen hilfreich (eindeutige Verantwortungen, systematische Vertretungsregelungen, die Definition organisatorischer Minimalanforderungen für extreme Mitarbeitermangelsituationen etc.). Auf der anderen Seite ist gerade dann viel psychologisches Fingerspitzengefühl gefordert, wenn der Praxisstress am größten ist. Bei hohem Krankenstand und offenen Stellen droht die Stimmung im Team zu sinken.

Um dennoch – trotz erhöhter Anstrengung und Arbeitsbelastung – eine relativ gute Stimmung und Leistungsfähigkeit im Team aufrecht zu erhalten sind gezielte Selbstmanagement- und Führungsstrategien gefordert, um so weiteren Erkrankungen oder Ausfällen entgegen zu steuern. Erfreulicherweise führt der Einsatz wirksamer Führungsstrategien dann auch beim Zahnarzt zur Erhöhung von Zufriedenheit und Freude am Beruf.

Der Vortrag bietet einen kurzen Überblick über die Personalentwicklung im Gesundheitswesen und die Faktoren, die zur Bindung, Zufriedenheit und Leistungsfähigkeit von Mitarbeitern beitragen. Daran schließt sich für beide Schwerpunktbereiche (Organisationsstruktur und psychische Selbst- und Mitarbeiterführung) ein Überblick über potentielle Lösungsansätzen an: 

•       Selbstmanagement in Zeiten erhöhter Belastung
•       Aufbau von Strukturen zur systematischen Delegation incl. eindeutiger Verantwortlichkeiten und Vertretungsregelungen
•       Positiv strukturierte Teambesprechungen als effizientes Führungswerkzeug
•       Systematische Beitrags- und Feedbackstrukturen zur Verbesserung der Mitarbeiterbindung
•       Mitarbeiter"auswahl" und -integration bei schwieriger Bewerberlage

Bei Bedarf können im Rahmen der Diskussion auch weitere Themen angesprochen werden.

 

Kurzvita Dr. Anke Handrock

Dr. med. dent. Anke Handrock, Studium der Biologie und der Zahnmedizin, Zahnärztin. Leitung des Steinbeis-Transfer-Institutes Positive Psychologie und Prävention der Steinbeis-Hochschule Berlin.

Seit 1995 Trainerin und Coach für medizinische und systemisch-strategische Kommunikation für Ärzte, Zahnärzte, Therapeuten, Klinikleitungen, Kammern, Universitäten und Medizinische Betriebe. Lehrtrainerin für Hypnose (DGZH), NLP, Positive Psychologie und Mediation. Fortbildungen u.a. in Schematherapie, ACT, Systemischer Beratung/Therapie; Ehrenamtliche Leitung von Exerzitien/Meditationskursen. Autorin mehrerer Fachbücher. 

 

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