Zahnärzte>PraxisführungImpfschutz zur Hepatitis Immunisierung

Impfschutz gegen Hepatitis-B, eine gesetzlich geforderte Arbeitgeberpflicht

Die epidemiologische Entwicklung von Infektionskrankheiten in den Hochtechnologieländern verzeichnet leider eine steigende Tendenz. Nicht, wie oft angenommen, ist AIDS die Geißel unserer modernen Gesellschaft; hier liegt das Infektionsrisiko bei weniger als 0,3 %. Die Hepatitis-Viren, insbesondere das Hepatitis-B-Virus stellt neben dem Hepatitis-C-Virus (Infektionsrisiko hier zwischen 3 - 10 %) ein hohes Risiko dar. Mit über 30 %tiger Wahrscheinlichkeit kommt es bei mit B-Viren belastetem Blut, das Zugang in den Körper einer nicht ausreichend geimpften Person findet, zu einer Infektion. Diese oft recht spät erkannte Krankheit, ist als Lebensbedrohlich zu bewerten.

 

Generell sollte jeder, der sich beruflich den Gefahren einer Hepatitis-B-Infektion aussetzt, von der Möglichkeit Gebrauch machen, sich vorsorglich impfen zu lassen. Zuvor ist dringend geraten, eine serologische Untersuchung durchzuführen, um eine mögliche vorangegangene Selbstimmunisierung auszuschließen. Nach Abschluss einer Grundimmunisierung ist selbstverständlich der Titerstatus (anti-HBs) zu überprüfen um ggf. nachzuimpfen.

 

 

Auch wenn der Gemeinsame Bundesausschuss am 18. Oktober 2007 in einem Beschluss festgelegt hat, die Hepatitis-B-Immunisierung in den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankgenversicherungen aufzunehmen, sind beruflich infektionsgefährdete Personen von dieser Regelung ausgenommen. Somit gilt auch im zahnmedizinischen Bereich weiterhin die in der Biostoffverordnung festgelegte Pflicht, die Hepatitis-B-Immunisierung auf Kosten des Arbeitgebers anzubieten.
 

Um seinen Mitgliedern eine gewisse finanzielle Entlastung anbieten zu können, ermöglicht die Zahnärztekammer Berlin seit 1992 seinen Mitgliedern, kostengünstig Hepatitis-B-Impfstoff sowie Hepatitis A-B-Impfstoff einzukaufen. 
 

Der Bruttobezugspreis für eine Impfdosis (Stand 01.04.2017)

Hepatitis-B-Impfstoff        ENGERIX®    beträgt   41,50 EUR
Heptitis-A-B-Impfstoff      TWINRIX®     beträgt   56,00 EUR


Für eine Grundimmunisierung werden 3 Impfdosen benötigt. 1. Impfung, 2. Impfung nach 4 Wochen und die 3. Impfung nach 6 Monaten zur Erstimpfung. Abschließend sollte eine Titerbestimmung stattfinden, um den gewünschten Erfolg der Grundimmunisierung festzustellen.

Bestellung: Beide Impfstoffe können nur schriftlich bei Herrn Werner bestellt werden, per E-Mail oder Fax (030) 34 808 200. Bitte geben Sie die Anzahl der Ampullen, den Impfstoff (Engerix B oder Twinrix AB) und eine Rechnungsadresse/Praxisstempel an.


Wir bitten Sie Ihre Bestellung frühzeitig einzureichen. Es erfolgt eine Sammelbestellung am letzten Freitag des Monats.
Der Impfstoff kann nach Rechnungseingang am Empfang der Zahnärztekammer abgeholt werden. Ein Versand ist uns aus Gründen der notwendigen Kühlung nicht möglich!

Die Impfstoffe sind ausschließlich für den Bedarf der Mitglieder der Zahnärztekammer Berlin und deren Mitarbeiter vorgesehen.

 

 

Hinweis: Wiederholt ist zu erfahren, dass trotz Nachimpfung kein ausreichendes anti-HBs erreicht wird. Bei diesen sog. Non- bzw. Lowrespondern kann durch Verabreichung eines Kombinationsimpfstoffes zur Hepatitis-A-B-Immunisierung das gewünschte Ergebnis erzielt werden; dieses haben wiederholte Untersuchungen bestätigt. Es ist jedoch nicht so, dass eine weitergehende Nachimpfung mit dem Kombinationsimpfstoff zum Erreichen eines ausreichenden anti-HBs, zugleich auch die Immunität gegen Hepatitis A mit sich bringt. Ein solches Ergebnis lässt sich nur durch eine Hepatitis-A-B-Grundimmunisierung mit dem Kombinationsimpfstoff oder dem Hepatitis-A-Monoimpfstoff realisieren. Auch eine Nachimpfung gegen Hepatitis B nach mehr als zehn Jahren empfiehlt sich grundsätzlich nur mit einem Monoimpfstoff. 
 
 

Diejenigen die vor der Frage stehen, sich einer Grundimmunisierung zu unterziehen, sollten die Möglichkeit der Kombinationsimpfung nutzen. Wobei der Arbeitgeber im zahnärztlichen Bereich nur die Kosten für eine Hepatitis-B-Schutzimpfung tragen muss. Die Begründung liegt darin, dass der Gesetzgeber in Zahnarztpraxen die Hepatitis-B-Übertragung als potentielle Gefahr sieht, gegen die die Prävention durch Impfungen möglich ist. Die anteiligen Mehrkosten für den Kombinationsimpfstoff sollten mindestens vom Arbeitnehmer getragen werden, da dieser somit die heute allgemein empfohlene HepatitisA-Impfung günstiger erhalten kann.