GOZ-Frage des Monats: Steigerungssatz bei Behandlung unter Vollnarkose

In unserer Praxis können Kinder, die sich sonst nicht oder nur schwer behandeln lassen, auch unter Vollnarkose behandelt werden. Kann „Narkosebehandlung“ als Begründung für einen höheren Steigerungssatz verwendet werden?

Da die zahnärztliche Behandlung ja nicht aus der Narkose (Leistung eines Anästhesisten) besteht, sondern aus den notwendigen zahnärztlichen Leistungen, spricht man besser von einer „Behandlung unter Vollnarkose“. Die Behandlung eines Patienten unter Vollnarkose hat zwar gewisse Vorteile, kann aber auch die Erbringung zahnärztlicher Leistungen erheblich erschweren, zum Beispiel wegen der die Behandlung störenden Apparaturen des Anästhesisten, wegen bisweilen notwendiger Intubation durch den Mund und dadurch erschwertem Zugang oder eingeschränkter Sichtverhältnisse oder auch, weil die für manche Behandlungsleistung erforderliche Kooperation des Patienten fehlt (Bissnahme, Okklusionsprüfung u. a.)

 

Die Umstände bei der Ausführung einer Behandlungsleistung sind nach § 5 GOZ ein Kriterium zum Bemessen der Gebühren. Somit können auch besondere Umstände, die durch die Behandlung eines Patienten unter Vollnarkose die zahnärztliche Therapie erschweren, zeitaufwändiger oder umständlicher gestalten, beim Bemessen der Gebühren berücksichtigt werden.

 

Zusätzliche Gebühren oder Zuschläge sind für Behandlungen unter Narkose in der GOZ nicht beschrieben und können nicht vom Zahnarzt berechnet werden.

 

 

An dieser Stelle beantworten wir monatlich aktuelle, oft gestellte Fragen zur GOZ und versuchen so, Licht ins Dunkel zu bringen.

 

Für Ihre individuellen Fragen kontaktieren Sie gerne die Mitarbeiter des GOZ-Referats.

 

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