Kleiner Aufwand - viel bewegt: Prophylaxe-Preise an der Mierendorff-Grundschule

Ein Termin, der nicht zuletzt Kammerpräsident Dr. Wolfgang Schmiedel glücklich machte: Für ein paar Kinder mehr ist der Anfang zu einer regelmäßigen Prophylaxe gelegt worden.

Waren alle auf ihre Weise beteiligt (von links): Die Bezirksstadträtin für Gesundheit, Martina Schmiedhofer (und ihre Mitarbeiterin, 3.v.r.), die Zahnärztekammer mit Dr. Schmiedel, die LAG mit Frau Jung (mit Kroko), vor allem aber die beiden ÖGD-Zahnärztinnen Dr. Sylvia Neubelt (im Hintergrund, leider verdeckt) und die Akteurin Inis Adloff sowie der Schulleiter Joachim Nagel (ganz rechts).

An der Berliner Mierendorff-Grundschule - einen Steinwurf vom Schloß

Charlottenburg entfernt - kommen alle zahngesundheitlichen Eckdaten

zusammen:

Ein Hoher Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund (54 %), die Kinder ohne Migrationshintergrund stammen vorrangig aus sozioökonomisch belasteten Familien, die Zahngesundheitswerte sind katastrophal - und die Kinder gehen nicht zum Zahnarzt. Nicht einmal zur Kontrolluntersuchung.



Mindestens das sollte sich ändern: Die beiden Zahnärztinnen des Bezirksamtes Charlottenburg, Dr. Sylvia Neubelt und Inis Adloff, erdachten sich ein unkompliziertes System, wie sie die Kinder mit naheliegenden Zahnarztpraxen zusammenbringen könnten, und entwickelten einen speziellen "Prophylaxepass", der von der Praxis beim Besuch abgestempelt wurde.

Die Belohnung: Alle Kinder, die einen solchen Stempel vorlegen konnten, erhielten nach Abschluß der Aktionszeit und kurz vor den Sommerferien, am 14. Juli 2008 bei einer kleinen Feierstunde in der Aula ein kleines (gestiftetes) Geschenk. Rund 250  Kinder waren in der Halle zusammengekommen, rund 190 weitere konnten nicht dabei sein, weil sie mit ihrer Klasse unterwegs waren. Dass sie so viele Belohnungsgeschenke zusammenbekommen mussten, hatten Dr. Neubelt und ZÄ Adloff nicht gedacht: Immerhin 48 % aller Kinder haben tatsächlich die Aktiongenutzt, sich von einem Zahnarzt mindestens einmal die Zähne kontrollieren zu lassen. Zum Geschenk dazu gab es auch den ordentlichen Applaus der Festgäste und der ganzen Aula-Kinder, von denen sich keineswegs alle an der Zahnarzt-Aktion beteiligt hatten. Ein Geschenk gab es für sie konsequenterweise nicht. Die Hoffnung der beiden Zahnärztinnen und des rührigen Schulleiters, Joachim Nagel, war  und ist: Wenigstens einige der Kinder sollten den Zahnarztbesuch zur Routine werden lassen. In einigen Klassen haben es auch die Mütter übernommen, für eine möglichst hohe Beteiligung der Klassenkameraden zu sorgen.


Die Klasse mit der höchsten Beteiligungsquote durfte sich freuen: Gleich zu Beginn des kommenden Schuljahres ist sie eingeladen in den Tierpark und darf Tierkinder besuchen. Schulleiter Nagel bedankte sich dafür, dass seine Schüler die Chance erhalten hatten und die Schule als einzige im Bezirk an dieser Aktion teilnehmen durfte. Inis Adloff beglückwünschte auch die Eltern, die die Aktion so gut unterstützt  hatten, zu dem erreichten Erfolg bzw "den, der bei euch zuhause der  Zahnbeauftragte ist."

 

Mit einem Aufruf im vergangenen Herbst, die Aktion zu unterstützen, hatte die Zahnärztekammer im MBZ die Kollegen im Umfeld der Schule vorinformiert, und so lief die Zahnkontrolluntersuchung auch reibungslos ab. Großen Dank an die Zahnärzte gab es auch von Gesundheitsstadträtin Martina Schmiedhofer, die den Kindern erklärte, viele Menschen heute und auch sie selbst später würden  schon hundert Jahre alt werden - so lange brauche man auch seine Zähne und müsse daher früh anfangen, sie auch zu pflegen.

 

Dr. Wolfgang Schmiedel wurde als Präsident der Berliner Zahnärzte mit lautem Beifall begrüßt, und er gratulierte den Grundschulklässlern unter großem Jubel: "Ich bin stolz auf euch, dass ihr das so toll hinbekommen habt!" Und: Sie sollen weitermachen und weiter regelmäßig zur Kontrolle gehen. Auch der Schuldirektor gab noch einen Appell mit auf den Weg: "Die Zahnpflege ist eine Art Schaufenster für euch - helft mit, dass eure Zähne so strahlend und gesund bleiben!"