VORSICHT: Abmahnwelle wegen Urheberrechtsverletzung von Fotos

Zahnärzte im gesamten Bundesgebiet erhalten in letzter Zeit Abmahnschreiben einer Rechtsanwaltskanzlei aus Mainz. Die von der Rechtsanwaltskanzlei geforderte Summe aus Schadenersatz und anwaltlichem Honorar beträgt 1750,-- Euro.

 

Beauftragt wurde die Rechtsanwaltskanzlei von einer Zahnärztin aus dem Saarland, die im Rahmen ihrer Dissertation auch Anschauungsmaterial in Form von Fotos der behandelten Patienten anfertigte. Über bisher noch nicht geklärte Wege kamen diese Fotos in die Broschüren und Flyer einer bekannten Schweizer Medizintechnikfirma (EMS). Ein Großteil der abgemahnten Zahnärzte hatte diese Fotos von Informationsunterlagen oder der Internetpräsenz der Firma zur Information der eigenen Patienten, z.B. auf die Praxishomepage übernommen.

 

Bei Erhalt dieses Abmahnschreibens empfiehlt sich die Konsultation eines auf Urheberrecht spezialisierten Rechtsanwalts, bevor man die strafbewehrte Unterlassungserklärung unterzeichnet. Dieser kann auch darüber Auskunft geben, ob sich eine gerichtliche Auseinandersetzung angesichts des damit verbundenen Risikos wirtschaftlich lohnt.

 

Alle Zahnärzte, die Fotos aus den Informationsmaterialien oder von der Internetpräsenz der Firma EMS ohne Genehmigung der Zahnärztin benutzen, sollten diese umgehend entfernen.

 

Grundsätzlich muss sich jeder Verwender von Bildern darüber informieren, ob diese einem Urheberrechtsschutz unterliegen. Insofern ist der einzelne Zahnarzt dafür verantwortlich, wenn Bilder auf seiner Homepage oder in Infobroschüren seiner Praxis veröffentlicht werden, ohne dass für deren Veröffentlichung eine Genehmigung durch den Urheber der Bilder eingeholt wurde. Wenn Unklarheiten bestehen, ist die sicherste Alternative, selbst entsprechende Fotos anzufertigen.

 

Info ZÄK Berlin