Vorsicht Falle!

Dringende Warnung vor GEW Wirtschaftsinformationsgesellschaft

Dieser Tage ist es wieder soweit: Viele kleine Gewerbetreibende, darunter auch Zahnärzte, erhalten zur Zeit ein Schreiben der GEW Wirtschaftsinformationsgesellschaft mbH mit Sitz in Düsseldorf.

 

Diese Gesellschaft ködert die Betroffenen durch amtlich wirkende Schreiben, in denen um Ergänzung und Rücksendung von Gewerbeinformationen gebeten wird. Die Schreiben erwecken den Eindruck, sie seien vom Gewerbeamt. Meist sind Daten schon voreingetragen. Bewusst wird darauf abgestellt, dass die Angeschriebenen nur den Brief überfliegen, die Daten ergänzen und dann - auch noch kostenfrei - zurückfaxen.

 

 

Im Klein-Gedruckten Hinweis auf einen Zwei-Jahres-Vertrag

Nur wer hier genau hinsieht, bemerkt den klein gedruckten Hinweis auf den Abschluss eines Zwei-Jahres-Vertrages. Doch hierfür ist im Praxisalltag in der Regel keine Zeit. Die Betroffenen bemerken den "Vertragsschluss" meist erst mit Zugang der ersten Rechnung über gut 600,- Euro für ein Jahr.

 

Und diese Rechnung erhalten Sie genau nach Ablauf der Widerrufsfrist von zwei Wochen.

 

Viel Geld - Null Mehrwert

Für diesen erheblichen Jahrespreis erhält der Arzt dann einen Brancheneintrag im Internet auf www.gewerbeauskunft-zentrale.de. Hier werden - ähnlich wie bei den Hauptanbietern der Branchenbücher - Telefonnummer, Internet, Fax und Anfahrt angegeben. Doch zu welchem Nutzen?

 

Der Branchenbucheintrag wird nicht aufgefunden, da die Internetseite nicht beworben wird. Es entstehen Kosten von monatlich rund 40,- Euro, die jedweden Gegenwert vermissen lassen.

 

Wenn die Betroffenen versuchen, dies telefonisch zu klären, erhalten Sie sofort einen 30- bis 40-prozentigen Rabatt, sofern Sie diesen Betrag dann sofort und innerhalb von drei Tagen bezahlen. Abermals Vorsicht, denn dann erhalten Sie im nächsten Jahr die nächste Rechnung über knapp 600,- Euro, denn wir erinnern uns hier an den Zwei-Jahres-Vertrag!

 

Sofern die Betroffenen nicht zahlen, erhalten sie dann eine Mahnung und wahrscheinlich ein Anwaltsschreiben eines "netten" Kollegen.

 

Nichts ohne Ihren Anwalt

Was können Sie tun? Nehmen Sie anwaltliche Hilfe in Anspruch! Der vermeintliche Vertrag muss sofort wegen Irrtums über den Vertragsinhalt angefochten und hilfsweise aus allen rechtlichen Gründen gekündigt werden. Dies möglichst per Einschreiben. 

 

Unterschreiben Sie keine Zahlungsvereinbarungen, überweisen Sie kein Geld - nehmen Sie, sofern Sie das Formular bereits ergänzt haben sollten, anwaltliche Hilfe in Anspruch!

 

Autorin: RÄ Lydia Ioana Schwarz,

[AdvocatMed - Kanzlei für Medizinrecht

Berlin | Guben]

Nachdruck mit frdl. Genehmigung: BRAND-Aktuell Nr. 1/2011