Bleaching darf ausschließlich von Zahnärzten durchgeführt werden

EU-Richtlinie 2011/84/EU über kosmetische Mittel in deutsches Recht umgesetzt

Mit In-Kraft-Treten der neuen Kosmetikverordnung (KosmetikVO) am 17.Juli 2012 ist die EU-Richtlinie 2011/84/EU in deutsches Recht umgesetzt und damit die Position der Zahnärzte erfreulicherweise  weiter gestärkt worden. Die neue Fassung der KosmetikVO regelt, dass Zahnaufheller oder Zahnbleichmittel auf der Basis von Wasserstoffperoxid und von Wasserstoffperoxid freisetzenden Verbindungen oder Gemischen, wie Carbamidperoxid und Zinkoxid,  in einer Konzentration zwischen 0,1 % und 6 % als kosmetische Mittel gelten und nur an Zahnärzte abgegeben werden dürfen.

Damit ist Bleaching ausschließlich Sache des Zahnarztes geworden. Dessen Delegationsmöglichkeit bleibt davon unberührt.

 

Nach der KosmetikVO muss in jedem Anwendungszyklus die erste Anwendung stets einem Zahnarzt vorbehalten sein oder unter dessen direkter Aufsicht erfolgen. Nach der ersten Anwendung kann das Mittel dem Verbraucher für den verbleibenden Zyklus überlassen werden. Für jeden weiteren Anwendungszyklus muss zuvor erneut ein Zahnarzt konsultiert werden.

 

Freiverkäuflich bleiben nun nur noch Produkte, deren  H2O2-Gehalt unter 0,1 % liegt. Zu Produkten mit einer Konzentration von über 6 % werden in der KosmetikVO keine Aussagen getroffen, ein Großteil dieser Produkte ist in Deutschland jedoch als Medizinprodukt zugelassen. Die Bundeszahnärztekammer geht davon aus, dass in Zukunft ausschließlich die Zweckbestimmung eines Zahnbleichmittels über dessen Klassifizierung entscheidet. Ist die Zweckbestimmung eines Zahnbleichmittels medizinisch, dann unterliegt es der Medizinprodukte-Richtlinie und kann auch in Wasserstoffperoxid-Konzentrationen über 6 % in Verkehr gebracht werden.