GOZ-Frage des Monats: Provisorien im direkten Verfahren

Ist eine aufwändige Politur, Oberflächenbearbeitung und -vergütung eines im direkten Verfahren hergestellten Provisoriums als zahntechnische Leistung berechnungsfähig?

 

Bei den im direkten Verfahren hergestellten Provisorien nach den Gebührennummern 2270, 5120 und 5140 sind die Fertigungskosten mit diesen Gebühren abgegolten. Dies gilt auch, wenn für die Ausarbeitung der Provisorien ein überdurchschnittlich hoher (zahntechnischer) Aufwand betrieben wird.

 

Das Entfernen von scharfen Kanten und Überschüssen, das Glätten und Polieren des Provisoriums, korrigierendes Einschleifen und desgleichen sind Maßnahmen, die für ein lege artis gefertigtes Provisorium notwendig sind. Lediglich zusätzlich erforderliche zahntechnische Leistungen, z. B. das Herstellen eines Formteils, wären als Laborleistung berechnungsfähig.

 

Die Kommentierung der Bundeszahnärztekammer, wonach die „einfache Ausarbeitung“ nicht die Voraussetzung einer Berechnung nach § 9 GOZ erfülle, ließe den Schluss zu, dass eine aufwändige Ausarbeitung dagegen als zahntechnische Leistung berechnungsfähig wäre. Da die GOZ aber nicht nach einfach oder aufwändig ausgearbeiteten Provisorien unterscheidet, sondern allein nach den Fertigungsverfahren (direkt oder indirekt), ist diese Kommentierung gebührenrechtlich nicht tragfähig.

 

Der zeitliche und arbeitstechnische Mehraufwand bei den im direkten Verfahren hergestellten Provisorien kann bei der Gebührenbemessung (Festlegen des Steigerungssatzes) berücksichtigt werden. In besonderen Fällen sollte eine Vergütungsvereinbarung nach § 2 Abs. 1 u. 2 GOZ getroffen werden.

 


An dieser Stelle beantworten wir monatlich aktuelle, oft gestellte Fragen zur GOZ und versuchen so, Licht ins Dunkel zu bringen.
Für Ihre individuellen Fragen kontaktieren Sie gerne die Mitarbeiter des GOZ-Referats.

 

Wir sind für Sie da!

 

Hier finden Sie weitere GOZ-Fragen des Monats: