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Gold und Geld für große Hilfe: Zahnärztliche Hilfswerke im Einsatz – von der Nachbarschaft bis in die Dritte Welt

32 Teilnehmer aus 18 unterschiedlichen Projekten beteiligten sich an der Koordinierungskonferenz "Zahnärztliche Hilfsorganisationen".

Dr. Wolfgang Schmiedel (links) und Dr. Dietmar Oesterreich (rechts), beide im Vorstand der Bundeszahnärztekammer, leiteten die Sitzung.

Dr. Klaus Winter, Hilfswerk Deutscher Zahnärzte, regte ein wirtschaftliches Netzwerk Zahngold sammelnder Hilfsorganisationen an.

Presseinformation / Berliner Hilfswerk Zahnmedizin e.V. / vom 18. Juli 2009

Die 2. Koordinierungskonferenz „Hilfsorganisationen“ der BZÄK fand am 17. Juni in Berlin statt unter Leitung von Dr. Wolfgang Schmiedel, Vorstandsreferent der Bundeszahnärztekammer für soziale Aufgaben/Hilfsorganisationen. Das Treffen machte ein weiteres Mal deutlich, wie enorm groß und vielfältig sich die Zahnärzte in Deutschland für die Unterstützung Hilfebedürftiger engagieren. Obwohl auch dieses Mal wieder die Vertreter derjenigen Hilfsorganisationen, die nach Berlin gekommen waren, nur einen Ausschnitt aller aktiven Hilfsorganisationen repräsentierten, war der große Sitzungssaal der Bundeszahnärztekammer weit überfüllt.

Sichtlich beeindruckt von dem zahlreichen Engagement und den Ergebnissen zeigten sich Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der BZÄK, und Dr. Schmiedel. Beide eröffneten die Tagung und wiesen auf die große Bedeutung dieses sozialen Engagements nicht nur für die jeweils erreichten Zielgruppen hin, sondern auch auf die wichtige Zusammenarbeit der Standesorganisation mit Politik und Wirtschaft. Dabei werde das Engagement des Berufsstandes nicht nur an einzelnen Maßnahmen gemessen, sondern gerade in der Wahrnehmung ihrer Verantwortung für das Allgemeinwohl spiele in der Außenwahrnehmung eine große Rolle. „Zu wünschen wäre, die Politiker würden nur einmal diese Runde erleben!“ meinte denn auch Dr. Bernd Jäger, Aktion Z/Landezahnärztekammer Baden-Württemberg.

Dr. Oesterreich regte an, dass die zahnärztlichen Hilfsorganisationen Daten und Fakten ihrer Projekte liefern, da gerade auch belegtes Zahlenmaterial für den Erfolg des Einsatzes der Zahnärzteschaft in der berufspolitischen Arbeit hervorragende Argumente liefere. Er begrüßt daher, dass Verena Herden aus Bayern derzeit an einer Dissertation zum Thema "Zahnärztliche Hilfsprojekte" arbeitet. Frau Herden nahm  selbst an der Koordinierungskonferenz teil und knüpfte vertiefende Kontakte. Die Teilnehmer der Konferenz wurden von Dr. Oesterreich und Dr. Schmiedel dazu aufgerufen, zahlreich über ihre Arbeit zu publizieren, denn auch die „zm“ werde wie viele andere dentale Publikationen keineswegs nur in den eigenen Kreisen gelesen. Unter anderem wurde angeregt, auch bei Veranstaltungen der BZÄK, wie der Bundesversammlung, dem Deutschen Zahnärztetag oder auf der IDS auf die Vielfalt der Projekte hinzuweisen und so auch im eigenen Berufsstand für Unterstützung und Kollegen für aktives Engagement zu werben.

Networking - auch gegenüber dem Finanzamt

Da sich viele Hilfsorganisationen untereinander offenkundig nicht kennen, gehört zu den zahlreichen erfreulichen Ergebnissen der Zusammenkunft die geplante Einrichtung zielgruppenorientierter Arbeitsgruppen. Diese können sich gegenseitig  unterstützen und so das jeweilige Projekt leichter voranbringen. Dies ist offenbar insbesondere bei Maßnahmen für südamerikanische Regionen wichtig, da hier Zollbestimmungen deutlich erschwerend wirken, so die Erfahrungen der Konferenzteilnehmer. Interessant sind solche Arbeitsgruppen auch für Projekte im eigenen Land, die sich beispielsweise um Obdachlose oder um Drogenabhängige kümmern. Dr. Schmiedel, der die Teilnehmer zu Kurzberichten über ihr Projekt eingeladen hatte, schlug eine Koordinierungsstelle unter dem Dach der BZÄK vor, die für alle bestehenden und sich neu gründenden Initiativen hilfreich sein könne. Großen Wert legte er auf eine transparente Darstellung des Geld- bzw. Materialtransfers, damit sichergestellt sei, dass das Geld und die Sachspenden auch wirklich bei den Bedürftigen ankämen. Alle Teilnehmer berichteten übereinstimmend, dass bei ihren zahnärztlichen Hilfswerken die Spendengelder so gut wie hundertprozentig am Zielort ankommen, teilweise werden die Spenden und Hilfsmittel sogar persönlich überbracht.
„Für das Engagement all dieser Kollegen kann unser Berufsstand gar nicht dankbar genug sein“, meinte Dr. Schmiedel. Was hier geleistet werde, gehe über das übliche „Sammeldosen herumreichen“ enorm hinaus und sei mit erheblichem persönlichem Einsatz verbunden. Viele Projekte engagierten sich in Nachbarschaft oder in der Dritten Welt, dort vor allen Dingen in Bereichen mit „sozialen Verwerfungen und Spannungen. Dabei ist der Einsatz nicht ungefährlich, und das Engagement erfordert unser aller Respekt.“ Das Spektrum der Maßnahmen erstreckt sich von der zahnärztlichen Versorgung einzelner kleiner Gruppen über den Bau von Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen bis hin zur Einrichtung kieferchirurgischer Kliniken für Tumoroperationen sowie Lieferungen von Medikamenten in Länder der Dritten Welt. Das Gesamtvolumen aller Geld- und Materialspenden der letzten 20 Jahre beläuft sich auf annähernd 100 Millionen Euro.

Immer schwieriger wird es für manches Projekt, das auf Zahngold-Spenden baut, zukünftige Aktionen vorausschauend zu planen. Insgesamt kann festgestellt werden, dass Goldspenden durch veränderte Ausrichtungen im zahnärztlichen Therapiespektrum zunehmend weniger werden. Schwierigkeiten haben manche Projekte auch mit Finanzämtern, die eingeworbene Mittel und Goldspenden als Einnahmen verbucht sehen wollen und eine Steuerbefreiung  ablehnen. Ein hilfreiches Angebot machte hier Dr. Klaus Winter vom Hilfswerk Deutscher Zahnärzte (HDZ): Die in Finanzamtsdiskussionen erfahrene Organisation will Kollegen von Zahngold sammelnden Organisationen ihre diesbezügliche Unterstützung anbieten und schlug vor, ein wirtschaftliches Netzwerk in Kooperation mit dem HDZ zu bilden.