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Zahnärztekammer Berlin zu 10 Jahre ZMV-Ausbildung: Ohne staatliche Einmischung innovatives und erfolgreiches Berufsbild entwickelt

Presseinformation der Zahnärztekammer Berlin vom 15. März 2004

Für viele schon ältere Praxisinhaber wäre zu Beginn ihrer Tätigkeit unverständlich gewesen, was heute in immer mehr Praxen selbstverständlich ist: eine auf Verwaltung und Kommunikation spezialisierte Mitarbeiterin zu beschäftigen. „Es gab eine Zeit“, sagt dazu Dr. Jürgen Gromball, Vizepräsident der Zahnärztekammer Berlin, „da konnten wir Zahnärzte uns vor allem um die zahnärztliche Versorgung unserer Patienten kümmern – heute ertrinken wir in Bergen von Papieren und Formularen, und mit der Computerei ist es nicht wirklich leichter geworden!“ Er wage zu bezweifeln, ob die Zunahme an Papier in den Praxen auch zu einer Zunahme der Behandlungsqualität geführt habe. Auf die stetig wachsende Verwaltungsbelastung habe die Zahnärztekammer Berlin und vorausschauende Kollegen reagiert und neben dem bereits hoch erfolgreichen Fortbildungsgang zur ZMP (Zahnmedizinische Prophylaxe-Assistentin) auch eine spezielle Fortbildung zur ZMV (Zahnmedizinische Verwaltungsassistentin) entwickelt. „Das haben wir aus unserem Berufsstand heraus gestaltet – ohne staatlichen Druck oder Einmischung“, so Dr. Gromball, „die ZMV-Ausbildung ist einer der vielen Belege dafür, dass wir auch ohne Druck von oben innovative Konzepte auf die Beine stellen und berufsintern Lösungen dort schaffen, wo sie sinnvoll sind!“
Den 31 Absolventinnen des Jubiläumskurses, denen im Pfaff-Institut / Berlin am 13. März die Zertifikate überreicht wurden, dankte der Vizepräsident persönlich: „Sie haben, ohne dass eine Behörde Sie gezwungen hat, diese aufwändige Ausbildung auf sich genommen. Sie haben dafür Zeit geopfert und Sie haben Ihre Ausbildung auch mit eigenem Einsatz finanziert. Ihr Engagement imponiert uns. Ihr Können dient den Patienten und den Praxen gleichermaßen. Sie sind der Schlüssel zum Erfolg einer Praxis, denn der Patient erlebt die Praxis dort zuerst, wo er auf Sie am Telefon oder in der Anmeldung trifft.“
Anfangs habe es durchaus Irritationen gegeben, berichteten Dr. Gromball und Seminarleiterin ZÄ Ilona Kronfeld am Rande der Festveranstaltung, ob Themen wie Typberatung, Betriebswirtschaft und Kommunikation als Unterrichtseinheiten in einem Bereich sinnvoll sind, von dem Zahnärzte vor allem „perfekte Abrechnung“ erwarteten. „Mir hat das von Anfang an imponiert“, so Dr. Gromball, „denn diese umfassende soziale Kompetenz, die durch solche Mitarbeiterinnen vermittelt wird, gibt den Patienten und dem Behandlungsteam ein gutes Gefühl. Nicht zuletzt von der trainierten Erfahrung, wie man mit komplizierten Patienten umgeht, profitiert die Praxis enorm. Das Konzept der Ausbildung war damals innovativ und wird auch heute allen Ansprüchen gerecht.“ Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, warf in seiner Festrede zum Wandel in der Zahnheilkunde mit Blick auf die demographische Entwicklung einen besonderen Blick auf die größer werdende Quote an älteren und alten und damit auch manchmal schwierigen Patienten: „Sie konnten lernen, gezielt auf diese alten Patienten einzugehen und diese Menschen in ihrem altersspezifischen und sozialen Lebensumfeld zu erfassen und entsprechend zu betreuen. Für Patienten ist es oft viel wichtiger, was vor dem eigentlichen Kontakt mit dem Zahnarzt stattfindet als nachher im Behandlungszimmer.“ Mit dem 10-Jahre-Jubiläum der ZMV-Ausbildung habe das Pfaff-Institut Geschichte geschrieben. Zusammen mit allen Absolventinnen, deren Familien, den Gästen und Referenten der Festveranstaltung dankte Dr. Gromball speziell Ilona Kronfeld mit Riesenapplaus für ihre ansteckende Begeisterung und Motivation vom ersten Tag an.

Die ZMV-Ausbildung haben bisher 390 Teilnehmerinnen erfolgreich abgeschlossen, dabei rund 3800 Seminarstunden bei rund 30 verschiedenen Referenten hinter sich gebracht. Die Ausbildung dauert ein halbes Jahr und findet berufsbegleitend vorrangig an Wochenenden statt.