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Endlich wieder ein zahnärztlicher Behandlungsplatz: „Fixpunkt“ für Berliner Drogenabhängige startet an neuer Adresse

Dankte den Berliner Zahnärzten für die zahnmedizinische und technische Unterstützung des Drogenabhängigen-Projektes Fixpunkt: Gesundheits-Staatssekretärin Emine Demirbüken-Wegner mit den Vorsitzenden des Berliner Hilfswerks Zahnmedizin (Dr. Wolfgang Schmiedel, rechts, und Dr. Christian Bolstorff, links)

Das Berliner Hilfswerk Zahnmedizin gratulierte zur Wiedereröffnung der zahnmedizinischen Versorgung der Drogenabhängigen mit einer Zuwendung für neue technische Geräte - ein zahnärztliches Hilfsprojekt, das auch bei der Berliner Gesundheitspolitik auf hohe Anerkennung stößt (auf dem Foto von links: Dr. Christian Bolstorff/Hilfswerk, Christine Köhler-Azara/Drogenbeauftragte Land Berlin, Staatssekretärin Emine Demirbüken-Wegner/3.v.l., Astrid Leicht/Fixpunkt, Dr. Wolfgang Schmiedel/Hilfswerk und ZÄK Berlin, eine Mitarbeiterin von Fixpunkt und ZA Ingmar Voges/zahnärztliche Versorgung Drogenabhängiger)

Presseinformation / Berliner Hilfswerk Zahnmedizin e.V. vom 3. März 2013

Das Berliner Projekt für Drogenabhängige „Fixpunkt e.V.“, dessen zahnmedizinisches Angebot vom Berliner Hilfswerk Zahnmedizin seit Jahren unterstützt wird, musste rund zwei Jahre pausieren: Anwohnerproteste und nicht ausreichende Finanzierung seitens der Senatsverwaltung hatten eine Fortsetzung der Arbeit „vor Ort“ unmöglich gemacht. Nun startet es an anderer Stelle (Reichenberger Straße 131, Nähe U-Bahnhof Kottbusser Tor) und wurde am 24. Januar 2013 in Anwesenheit von Gesundheits-Staatsekretärin Emine Demirbüken-Wegner und des Hilfswerk Zahnmedizin-Vorsitzenden Dr. Wolfgang Schmiedel, mit vielen geladenen Gästen eröffnet. Astrid Leicht, Leiterin des Fixpunkt-Angebotes, betonte in ihrer Ansprache ihren großen Dank an das Hilfswerk und die Berliner Zahnärzteschaft: Die Hilfe ermöglichte die Überholung der beiden mobilen Behandlungseinheiten und die Verbesserung der technischen Geräteausstattung insgesamt. Als Geschenk des Berliner Hilfswerks Zahnmedizin zur Eröffnung des neuen Standortes brachte Dr. Schmiedel einen Scheck über 1.000 Euro mit, der unter Beifall der Teilnehmer überreicht wurde an Frau Leicht und Zahnarzt Ingmar Voges, der seit nunmehr 10 Jahren ehrenamtlich einmal pro Monat die Behandlung der Drogenabhängigen leistet.
Die gute Zusammenarbeit mit der Zahnärztekammer und dem Hilfswerk betonte auch die Staatssekretärin in ihrem Grußwort zur Eröffnung mehrfach. Der aktuell eröffnete Fixpunkt-Bereich SKA / Kontaktstelle mit integriertem Drogenkonsumraum sei eine wichtige niedrigschwellige Einrichtung, sich zu informieren, miteinander zu reden und einen Ausweg aus dem Kreislauf Sucht, Kriminalität und Krankheit zu finden. Wer hier ankomme, habe einen wichtigen ersten Schritt getan und sich als Hilfesuchender gezeigt, der das Hilfegebot auch annimmt. Dazu trage auch das Angebot einer kostenfreien zahnärztlichen Behandlung bei. Hierfür gelte den Berliner Zahnärzten, vertreten durch Herrn Dr. Schmiedel, ein besonderer Dank. „Wenn selbst in diesem Bereich Prophylaxe angenommen wird und beispielsweise Beschaffungskriminalität zur Ausschaltung von Zahnschmerzen unterbleibt,“ betonte Dr. Schmidel, „zeigt sich, dass unsere präventionsorientierte Zahnheilkunde auch im übertragenen Sinn eine gesellschaftliche Bedeutung hat.“
 
Drogenbedingte Zahnschäden

Über Angebot und Nachfrage zur zahnärztlichen Versorgung der drogenabhängigen Patienten informierte sich die Staatssekretärin anschließend ausführlich im zahnärztlichen Bereich des SKA. Dr. Schmiedel, Zahnarzt Ingmar Voges und der stellvertretende Vorsitzende des Berliner Hilfswerks Zahnmedizin, Dr. Christan Bolstorff, berichteten über zahnmedizinische Aspekte wie erosive Zahnschäden aufgrund des Säuregehalts der Drogen und Auswirkungen des reduzierten Speichelflusses auf das Kariesrisiko. Hinzu kämen oft deutliche Probleme durch Bruxismus. Zahnfüllungen gehörten, berichtete Ingmar Voges, zu den Hauptleistungen der zahnärztlichen Behandlungsstelle. Inwiefern nach dem Umzug des Angebotes im Kleinbus am etablierten Drogenabhängigen-Treffpunkt hin zu einem festen Standort dreihundert Meter weiter in einer Seitenstraße auch das Angebot zahnärztlicher Prophylaxe weiter nachgefragt werde, müsse noch beobachtet werden. Das Fixpunkt-Team baut auf Mund-zu-Mund-Propaganda unter den Betroffenen, da sich in der Vergangenheit eine durchaus bemerkenswert Akzeptanz gezeigt hatte.