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Verleihung der Ewald-Harndt-Medaille 2009

Dr. Reihlen mit Laudator Dr. Wolfgang Schmiedel, Präsident der Zahnärztekammer und Vorstandsmitglied Dr. Kesler und Vizepräsident Zahnarzt Geist

Bedankte sich bescheiden für die Ehrung Dr. Erika Reihlen

Dr. Reihlen mit Laudator Dr. Wolfgang Schmiedel, Präsident der Zahnärztekammer, Vizepräsident Zahnarzt Geist,Vorstandsmitglieder Dr. Gewehr,Zahnarzt Dobberstein und Dr. Kesler

Ehrengäste Präsident der Bundeszahnärztekammer, Dr. Peter Engel und Gattin, BZÄK-Ehrenpräsident Dr. Dr. Jürgen Weitkamp und der Präsident der Zahnärztekammer Hamburg,Prof. Dr. Wolfgang Sprekels

Ewald Harndt-Medaille 2009  an Dr. Erika Reihlen

 

Als der Vorstand der Berliner Zahnärztekammer beschloss, die Ewald Harndt-Medaille 2009 an die Berliner Zahnärztin Dr. Erika Reihlen zu verleihen, fiel der Beschluss ebenso spontan wie einstimmig. Dass die Preisträgerin sehr gut gewählt war, zeigte sich auch bei der Verleihung der Auszeichnung am 23. Januar 2009 im Rahmen des Quintessenz-Jubiläums-Kongresses, zu dem auch der Berliner Zahnärztetag als Programmbestandteil gehörte. Sie habe diese Ehrung "ohne Wenn und Aber verdient", sagte Berlins Kammerpräsident Dr. Wolfgang Schmiedel in seiner Laudatio. Bei der Ehrung waren neben BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel und Vizepräsident Dr. Michael Frank sowie dem BZÄK-Ehrenpräsidenten Dr. Dr. Jürgen Weitkamp auch viele Kammerpräsidenten aus anderen Bundesländern zugegen und gratulierten Frau Dr. Reihlen nach der Auszeichnung auch persönlich.

 

Schon früh gehörte die Kinderzahngesundheit - vor allem die Verbesserung der Kariesraten - zu den Schwerpunkten der Arbeit im Leben der dreifachen Mutter, die vermutlich nicht zuletzt aufgrund der eigenen familiären Erfahrung erkannte, dass hinsichtlich der Verhütung von Zahnerkrankungen erheblich mehr Einsatz notwendig war als zu dieser Zeit üblich. 1976 begann Dr. Reihlen als Jugendzahnärztin, sich für die Mundgesundheitserziehung der Kinder einzusetzen, sie wurde Leiterin der Zahnärztlichen Dienstes in Berlin-Steglitz und Koordinatorin der Berliner Jugendzahnpflege beim Senat von Berlin. Ihr damaliger Weggefährte, Senator a.D. Ulf Fink, hatte sich kürzlich erst dazu bekannt, dass es nicht zuletzt der kämpferische Hartnäckigkeit von Dr. Reihlen zu verdanken war, dass sich die Zahngesundheitsmaßnahmen für Kinder im Land Berlin - noch vor SGB V und § 21 - haben etablieren und entwickeln können.

Auch fachlich war Dr. Reihlen außerordentlich engagiert, so gab es unter anderem vielfachen Erfahrungsaustausch mit den hinsichtlich der Gruppenprophylaxe schon etwas erfahreneren Kollegen aus Wissenschaft und Praxis in der Schweiz. Die in der Schweiz üblichen "Putzmuttis" wurden bei ihrem Konzept für eine fundierte Gruppenprophylaxe in Deutschland allerdings durch professionalisierte Prophylaxefachkräfte ersetzt.

Von 1985 bis 1989 war Dr. Erika Reihlen stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Kinderzahnheilkunde und Prophylaxe in der DGZMK. Gleichzeitig begann sie ihre Tätigkeit für die LAG-Vorläuferorganisation als stellvertretende Vorsitzende im Auftrag des Landes Berlin, und sie gehörte 1989 zu den Gründungsmitgliedern der LAG / Landesarbeitsgemeinschaft Berlin zur Verhütung von Zahnerkrankungen. Von 1999 an war sie Vorsitzende und konnte bei Übergabe der Aufgabe an Gerlinde König (AOK) auf eine hocherfolgreiche 17-jährige Arbeit im Dienste der Gruppenprophylaxe in Berlin zurückschauen: Die Anzahl der zahngesunden Zwölfjährigen hatte sich in dieser Zeit verdoppelt. In Berlin, eher zufällig, geboren wurde auch KAI - die berühmte Zahnputzmethode, nach der weit über Deutschland hinaus und nach wie vor die Kinder das Zähneputzen lernen. Die KAI-Technik ist auf immer mit Dr. Reihlens Namen verbunden. In ihrem Kauflächen-Außenflächen-Innenflächen-Schema erkannt ein findiger Schüler die Anfangsbuchstaben KAI, so kam die Putztechnik zu ihrem Namen.

Das noch erheblich über die bereits aufgeführten Aktivitäten hinausgehende und die moderne präventionsorientierte Zahnheilkunde mit vorbereitende und unterstützende Wirken der Ewald Harndt-Preisträgerin 2009 kann auf der Website der Zahnärztekammer unter "Aktuelles" in der Laudatio von Dr. Schmiedel nachgelesen werden.

 

Die vielen Kolleginnen und Kollegen und beruflichen Weggefährten von Dr. Erika Reihlen applaudierten nach der Ehrung außerordentlich herzlich - und bekamen gleich einige "Hausaufgaben" mit auf den Weg: Es sei immer Gemeinschaftsaufgabe gewesen, für was sie nun ausgezeichnet werde, betonte Dr. Reihlen, und man müsse anfangen mit Veränderungen, wenn sie Einsatz erfordern, statt sie nur wahrzunehmen. Die Verbesserung der bildungsabhängigen Mundgesundheit sei zudem eine nach wie vor nicht befriedigend gelöste Aufgabe. "Ich freue mich aber, dass die Prophylaxe heute in alle zahnmedizinischen Disziplinen Einzug gehalten hat, dass Gruppen- und Individualprophylaxe gut vernetzt sind und auch die Einbeziehung der Erfahrungen der stomatologischen Kollegen nach dem Mauerfall geglückt ist", sagte sie zum Abschluss - nicht ohne zu betonen, dass die Gruppenprophylaxe auch weiterhin Unterstützung benötige.

 
Ewald-Harndt-Medaille 2009