Tag der Zahngesundheit: Ausbildungsplatz Zahnarztpraxis immer spannender für junge Frauen und auch junge Männer

Zahnmedizinische Fachangestellte haben heute einen interessanten Beruf wie selten zuvor - mit vielfältigen Möglichkeiten, sich je nach individuellen Interessen weiterzuentwickeln (Bild: proDente)

Presseinformation der Zahnärztekammer Berlin vom 24. September 2012 / Die Berliner Zahnärztekammer zum morgigen TAG DER ZAHNGESUNDHEIT / Motto 2012: Gesund beginnt im Mund – mehr Genuss mit 65 plus

Ausbildungsplatz Zahnarztpraxis: Immer spannender für junge Frauen und auch junge Männer - jetzt bewerben oder informieren -

 

Anlässlich des Tages der Zahngesundheit am 25. September wird vielfältig auf die eindrucksvoll positive Entwicklung in der Mundgesundheit der Bevölkerung hingewiesen: Immer weniger ältere und alte Menschen sind komplett zahnlos, immer mehr haben immer länger ihre eigenen Zähne, immer mehr Kinder sind kariesfrei. An dem großen Erfolg mitbeteiligt sind die Zahnmedizinischen Fachangestellten, früher: Zahnarzthelferinnen, die bei der Prophylaxe beraten, unterstützen und auch in der Therapie den Patienten in der Zahnarztpraxis zur Seite stehen. Verbesserungsbedarf hat allerdings beispielsweise die Zahngesundheit der sehr kleinen Kinder und die Versorgung der älteren Patienten im Bereich Pflege und Behinderungen: Auch hier ist das ganze Praxisteam gefordert, sich engagiert einzubringen.
Der TAG DER ZAHNGESUNDHEIT ist, so die Zahnärztekammer Berlin, damit ein hervorragender Moment, sich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Zahnarztpraxen für den schönen Erfolg zu bedanken – und auch dazu anzuregen, sich weiter für die Verbesserung der Mundgesundheitswerte einzusetzen.
 
Der Beruf Zahnmedizinische/r Fachangestellte/r (ZFA) ist ein sehr begehrter Beruf in Berlin, und die hochwertige duale Ausbildung in Deutschland ist europaweit sehr geschätzt. Die Aufgaben sind vielfältiger denn je – nicht zuletzt auch für technikbegeisterte junge Männer. In den modernen Zahnarztpraxen findet sich für vielfältige persönliche Interessen ein förderlicher Rahmen – verbunden mit dem guten Gefühl, Menschen helfen zu können. Aktuellen Daten zufolge finden junge Frauen Bürotätigkeiten und Verkaufstätigkeiten als Berufsziel derzeit noch reizvoller, dies vermutlich deshalb, so die Zahnärztekammer, weil die interessanten und hochmodernen Aufgaben in einer Zahnarztpraxis ebenso wie die vielfältigen Stufen der Weiterqualifizierung vielen jungen Frauen und Männern gar nicht bekannt sind.
 
Wer jetzt noch keinen Ausbildungsplatz hat oder nach Schulabschluss an eine entsprechende Ausbildung denkt und sich informieren möchte, ist dazu eingeladen, sich mit der Zahnärztekammer Berlin in Verbindung zu setzen. Das entsprechende Referat steht zur Verfügung unter eMail zfa@zaek-berlin.de und per Telefon: 030 / 34808 - 128
 
 
HINTERGRUNDINFORMATION
 
 
Keine Wochenend-Ausgabe einer Berliner Tageszeitung ohne eine lange Reihe an Stellenanzeigen Berliner Zahnärzte: Pro Monat gibt der Berufsstand rund 20.000 Euro, mit Online-Anzeigen und Anzeigen in Wochentagsausgaben noch weitaus mehr, aus, um in Stellenanzeigen allein in den Berliner Medien Mitarbeiter für das Praxisteam zu suchen – und Ausbildungsplätze anzubieten.


Zwar haben nach der letzten „Freisprechungsfeier“ der Zahnärztekammer Berlin im Juni 2012 rund 230 neue „Zahnmedizinische Fachangestellte“ ihren Berufsstart begonnen – die Entwicklung hält aber nicht Schritt mit dem Bedarf in den Praxen:
·       Der Beruf wird noch immer vorwiegend von jungen Frauen ausgeübt, die im Fall der Familiengründung mindestens eine zeitlang, manche für immer ihrem Arbeitsplatz Zahnarztpraxis den Rücken kehren
·       Insbesondere die Umstrukturierung der Zahnarztpraxen weg von „Reparatur-Praxen“ hin zu medizinisch geprägten Einrichtungen zur Gesunderhaltung der Zähne und des Mundes (Prophylaxe) hat in den letzten Jahren den Bedarf an Mitarbeitern im Praxisteam deutlich erhöht
·       Auch in Berlin entwickeln sich immer mehr Gruppenpraxen mit einer großen Vielfalt an Behandlungsschwerpunkten, die nicht zuletzt im Bereich Verwaltung und Management zuverlässige Mitarbeiter benötigen
·       Insbesondere die beiden Patientengruppen „Kinder“ und „Pflegebedürftige“ erfordern viel Zeit und mehr Mitarbeiter in den Praxen als dies für die weiteren Patientengruppen der Fall ist
 
 
Beruf im Wandel – mehr Technik und mehr Betreuung


Wie sich bei Bewerbungsgesprächen zeigt, ist das aktuelle Arbeitsfeld Zahnarztpraxis bei den meisten jungen Leuten gar nicht bekannt. Dabei kommt die Zahnarztpraxis heute auch den Interessen junger Männer immer mehr entgegen, da digitale Prozesse einen breiten Raum einnehmen und auch Hightech eine immer größere Rolle spielt. Auf der anderen Seite widmen sich viele Praxen der sog. „ganzheitlichen“ Zahnheilkunde und bieten bei entsprechendem Interesse jungen Menschen eine erfüllende Herausforderung. Generell nimmt die Betreuung der Patienten eine große Rolle ein, so dass das Berufsbild für junge Menschen, die anderen Menschen mit ihrem Können helfen möchten, eine besonders geeignete Aufgabe darstellt. Auch für Karriere-Interessierte: Nach der Berufsausbildung bieten sich ganz nach individueller Interessenlage Aufstiegs-Möglichkeiten sowohl auf fachlicher als auch auf Management-Ebene – bis hin zur Aufnahme eines Zahnmedizin-Studiums.
Infos: www.zaek-berlin.de im Bereich ZFA / Mitarbeiter
 
 „Beschäftigte mit ausländischer Staatsangehörigkeit in Gesundheitsberufen“


Unter dieser Überschrift hatte der Bundestag im Mai berichtet, dass in Deutschland rund 93.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte mit ausländischer Staatsangehörigkeit in Gesundheitsdienstberufen tätig seien – leicht überwiegend mit Staatsangehörigkeit außerhalb der EU. Mit Blick auf die Auszubildenden in den Zahnarztpraxen in Berlin zeigt sich, dass in den zurückliegenden 20 Jahren der Anteil der Auszubildenden mit ausländischer Staatsangehörigkeit von 14 % auf 23 % angestiegen ist. Dabei liegt der Anteil der Auszubildenden aus der Türkei mit durchschnittlich 42 % bei leichten Schwankungen seit 20 Jahren auf einem vergleichbaren Niveau.
 
Aus Anlass 50 Jahre Zahnärztekammer Berlin:Geschichte der „Zahnarzthelferin“


Am 5. Dezember 1962 wurde die Zahnärztekammer Berlin gegründet. Genau 10 Jahre zuvor wurde in der Bundesrepublik Deutschland/BRD (zeitgleich und ähnlich auch in der damaligen DDR) das Berufsbild „Zahnärztliche Helferin“ geschaffen und eine damals noch zweijährige Ausbildung etabliert. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde erstmals von „Empfangsfräulein des Zahnarztes“ berichtet, noch im 19. Jahrhundert waren es Töchter aus „gutem Haus“, die bei der Zahnbehandlung unterstützten. Da die Zahnärzte weitgehend allein tätig waren und das Instrumentarium noch eher übersichtlich war, reichte die Mithilfe der Ehefrau für Reinigung und Handlangerdienste aus. Dazu gehörte vor allem das Kühlen der vom Bohren mit dem Tretbohrer erhitzen Kariesstellen durch Wasserspritzen, woraus sich mehr und mehr der Bedarf nach qualifizierter Unterstützung entwickelte. Erst Mitte der 60er Jahre wurde in
 
Deutschland eine Absaugvorrichtung erfinden, die die Patienten davor schützte, all das Kühlwasser zu schlucken oder ständig ausspucken zu müssen.
Als Anlernberuf etabliert wurde die „Sprechstundenhelferin“ im Jahr 1940. Mit den Anforderungen von heute – auch an die Zahnarztpraxen - hatte der Beruf damals wenig zu tun: In einem Lehrbuch für die Zahnarzthelferin aus dem Jahr 1952, dem Gründungsjahr der Zahnärztekammer Berlin, wird u.a. noch empfohlen, regelmäßig die Aschenbecher im Patienten-Wartezimmer zu leeren...
1989 wurde die Ausbildungsdauer generell auf drei Jahre verlängert, nachdem in einigen Bundesländern schon seit 1954 dreijährige Ausbildungszeiten etabliert worden waren, um das erheblich gestiegene Wissen rund um Zahnmedizin, Behandlungstechnik und Abrechnungsverwaltung widerzuspiegeln. Seit 2001 heißt die Zahnarzthelferin „Zahnmedizinische Fachangestellte/ZFA“ auf Wunsch des Berufsstandes, der den Begriff „Helferin“ als nicht mehr angemessen für den hohen Ausbildungsstand erachtete.
 
Im Jahr 1974 gab es bereits vereinzelt Aufstiegsfortbildungen wie zur „Zahnmedizinischen Fachhelferin“ in Tübingen, seit 1994 ist die Ausbildung zur Dentalhygienikerin möglich. Berlin war im Bereich der Qualifizierung der Praxismitarbeitrinnen mit der 1989 erfolgten Gründung des damaligen „Prophylaxeseminars“ am kammereigenen Philipp-Pfaff-Fortbildungsinstitut einer der Vorreiter in Deutschland und gehört bis heute zu den führenden Ausbildungsinstituten in Deutschland. Zur Aufstiegsfortbildung gehört unter anderem die Ausbildung zur Zahnmedizinischen Prophylaxeassistentin/ZMP, in deren Händen in vielen Praxen unter anderem die „Professionelle Zahnreinigung“ liegt, oder auch zur Zahnmedizinischen Verwaltungsassistentin/ZMV, die die Praxen nicht zuletzt bei dem überhand nehmenden Verwaltungsbedarf unterstützt, und nicht zuletzt zur Dentalhygienikerin/DH mit deutlich erweiterten Aufgaben rund um Prophylaxe und Mundgesundheitsbetreuung der Patienten.
 
Ansprechpartner für Rückfragen rund um den Ausbildungs- und Arbeitsplatz Zahnarztpraxis:
ZA Ingmar Dobberstein, Mitglied des Vorstandes der Zahnärztekammer Berlin/Ressort ZFA/Mitarbeiter, eMail: zfa@zaek-berlin.de, Dr. Susanne Hefer, Telefon: 030 – 34808 - 128